Telefonieren per Internet wird immer beliebter. Bereits jeder achte
Deutsche (13 Prozent) hat im vergangenen Jahr dieses sogenannte Voice
over IP (kurz VoIP) genutzt. Zu dem Zuwachs hat der Boom bei schnellen
Internet-Zugängen beigetragen. Die IP-Telefonie ist zudem
einfacher geworden, weil sie heute auch bei ausgeschaltetem PC per
Telefon möglich ist.
Der BITKOM erklärt, worauf es bei der Internet-Telefonie ankommt:
1. Auf die richtige Technik setzenFür VoIP ist ein schneller Internet-Zugang nötig. Ideal ist
ein Anschluss mit Übertragungsraten von mindestens 128 Kilobit pro
Sekunde. Diese Geschwindigkeit sollte nicht nur beim Herunterladen
(Download) von Daten möglich sein, sondern auch beim Hochladen
(Upload). Langsamere Verbindungen werden nicht von allen Anbietern
unterstützt, zudem leidet die Sprachqualität. Ein
günstiger Internet-Zugang zum monatlichen Pauschalpreis (Flatrate)
ist ratsam. Wer am PC telefoniert, braucht eine Sprechgarnitur
(Headset). Alternativ gibt es spezielle Telefone mit der für
Internet-Gespräche etablierten SIP-Übertragungstechnik. Bei
Internet-Verbindungen per Mobilfunk ist die Online-Telefonie meist in
den Geschäftsbedingungen ausgeschlossen.
2. Das alte Telefon weiter nutzenWer beim Umstieg auf Internet-Telefonie keine neuen Geräte
anschaffen will, benötigt einen speziellen VoIP-Adapter.
Herkömmliche Festnetz- und Schnurlos-Telefone sowie Telefonanlagen
können so weiter genutzt werden. Im einfachsten Fall ist der
VoIP-Adapter bereits in dem ohnehin benötigten
Breitband-Internetmodem integriert. Solche Zugangsboxen bieten viele
Telefon- und Internet-Anbieter beim Abschluss eines Laufzeitvertrags
günstig an. Separate Adapter sind inzwischen selten.
3. Tarife sorgfältig vergleichenZusätzlich zur richtigen Technik und dem Internet-Zugang brauchen
die Kunden einen passenden Anbieter für VoIP-Gespräche.
Dieser kann, muss aber nicht identisch sein mit dem Internet-Provider.
Die nötigen Verträge – meist über zwei Jahre
Mindestlaufzeit – können laut Bundesnetzagentur derzeit bei
rund 80 Anbietern abgeschlossen werden. Dabei gibt es die Auswahl
zwischen Pauschalen (Flatrates) für Gespräche ins Festnetz
sowie grundgebührfreien Tarifen, die nach Minuten abgerechnet
werden. Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom eigenen
Anrufverhalten ab. Beim Vergleich sollte man auch darauf achten, was
Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten. Es lohnt sich zudem zu
prüfen, ob der bisher genutzte Festnetzanbieter oder
Call-by-Call-Dienste nicht ähnlich niedrige Tarife anbieten. So
gibt es im traditionellen Festnetz vergleichbar günstige Paket-
oder Pauschaltarife.
4. Auf Service- und Notrufnummern achtenBei der Anbieter- und Tarifwahl sollte man darauf achten, ob
Sondernummern wie der Notruf 112, Auskunfts- und Mehrwertdienste wie
0118, 0137, 0180 oder 0900 überhaupt unterstützt werden
– und welche Kosten dafür anfallen. Nicht über alle
VoIP-Anbieter lassen sich solche Sondernummern anwählen. Wer das
in Kauf nimmt, sollte als Alternative ein Handy mit aktiver SIM-Karte
griffbereit haben.
5. Unterschiedliche Vorwahlen bedenkenBei Abschluss eines VoIP-Vertrages kann der Kunde seine Telefonnummer
zum neuen Anbieter mitnehmen oder er bekommt eine neue Rufnummer. Diese
hat je nach Anbieter die gewohnte Ortsvorwahl, die vom Wohnsitz
abhängig ist, oder eine spezielle 032-Vorwahl. Dabei ist zu
beachten, dass die Kosten für Anrufe zu solchen Nummern variieren
können. Oft sind Anrufe zu 032-Anschlüssen nicht in den
Flatrates für Festnetzgespräche enthalten, weil diese nur
für normale Ortsnetzvorwahlen gelten. So kann selbst ein Anruf von
einem VoIP-Nutzer zu einem anderen das Portemonnaie belasten. Ein
Vorteil ist jedoch, dass die Nummer nicht ortsgebunden ist – wer
umzieht, kann sie in der Regel quer durch Deutschland mitnehmen.
6. Kostenlose Alternativen prüfenVöllig kostenfrei kann über einige Sofortnachrichten-Dienste
(Instant Messenger) im Internet telefoniert werden. Für solche
Gratis-Gespräche muss aber auch der Angerufene bei dem Dienst
angemeldet sein. Voraussetzung ist in der Regel außerdem, dass
beide Gesprächspartner vor dem PC sitzen und dieser angeschaltet
ist. Diese Variante kommt für Kostenbewusste in Frage, die mit
Einbußen beim Komfort leben können.
Zum Thema im Internet*
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