61,5 Prozent der Personalleiter aus Deutschland, Österreich und
der Schweiz messen der Personalentwicklung einen hohen Stellenwert bei.
Nur 6,2 Prozent bewerten die Personalentwicklung als eher unbedeutend
für ihr Unternehmen. Dabei werden hauptsächlich Projekte der
Fach- und Führungskräfteentwicklung (47,2 Prozent) und der
Weiterbildung von Mitarbeitern (46,6 Prozent) umgesetzt.
Personalplanung und Qualitätsmanagement sind dagegen mit 9,3
Prozent beziehungsweise 10,6 Prozent zurzeit keine Schwerpunktthemen.
60 Prozent der Unternehmen haben die Personalentwicklung bereits in der
HR-Strategie verankert, die Hälfte besitzt eine eigene
Personalentwicklungsstrategie. Dies sind Ergebnisse einer in
Kooperation mit der Universität Zürich erstellten
Kienbaum-Studie zur aktuellen Situation der Personalentwicklung in
Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hierzu wurden in den drei
Ländern Personalverantwortliche aus 161 Unternehmen
unterschiedlicher Größe und Branchen befragt.
„Während die Personalentwicklung noch vor zehn Jahren von
nur sehr wenigen Unternehmen berücksichtigt und aus der
Unternehmensstrategie abgeleitet wurde, wird das Thema heute sehr ernst
genommen“, sagt Petra Schubert, Projektleiterin der Studie von
Kienbaum.
Change Management: Zentrale Herausforderung der PersonalentwicklungAktuell dominieren in den befragten Unternehmen die klassischen
Personalentwicklungsthemen Fach- und
Führungskräfteentwicklung sowie Weiterbildung. Außerdem
wurden Projekte im Performance Management und im Rahmen von Management
by Objectives-Prozessen umgesetzt. Ein Blick in die Zukunft zeigt
jedoch, dass vor allem Change Management an Bedeutung gewinnen wird. 41
Prozent der Unternehmen bewerten die Organisationsentwicklung und das
damit einhergehende Change Management als zukünftigen zentralen
Schwerpunkt der Personalentwicklung. Die Weiterbildung der Mitarbeiter
dagegen rückt in der Liste relevanter Personalentwicklungsthemen
auf Platz drei.
Kommunikation als entscheidende StellgrößeLaut Studienergebnissen weist die Kommunikation im Rahmen der
Personalentwicklung einige Defizite auf. So werden
Führungskräfte häufiger über aktuelle
Personalentwicklungs-Programme informiert als Mitarbeiter der unteren
Hierarchiestufen. Beispielsweise bekommen 31,5 Prozent der
Führungskräfte und nur 8,3 Prozent der Mitarbeiter
Informationen über das zur Personalentwicklung gehörende
Nachfolgemanagement, also die Identifikation, Förderung und
Bindung des potenziellen Nachwuchses. Kompetenzmodelle zur
Mitarbeiterbeurteilung und zur individuellen Karriereplanung werden an
die Hälfte der Führungskräfte, aber lediglich an ein
Viertel der Mitarbeiter kommuniziert. Im Bereich des Bildungsmanagement
dagegen werden Führungskräfte und Mitarbeiter nahezu
gleichermaßen informiert: 65 Prozent der Führungskräfte
und 53 Prozent der Mitarbeiter bekommen Informationen über
Weiterbildungsmaßnahmen des Unternehmens.
Trainings: Vergesslichkeit schmälert ErfolgUnmittelbar nach einem Training wird knapp die Hälfte des
Gelernten im Berufsalltag angewendet. Sechs Monate nach der
Personalentwicklungsmaßnahme sind es nur noch 31 Prozent. Nach
einem Jahr sind drei Viertel des angeeigneten Wissens vergessen.
Häufigster Grund für den nur teilweise erfolgreichen
Trainingstransfer ist das Zurückfallen in alte Gewohnheiten. 13,4
Prozent der Personalverantwortlichen führen unspezifische
Trainingsmaßnahmen als Grund an, gefolgt von mangelndem
Praxisbezug und fehlendem Transferkonzept. „Trainings machen nur
Sinn, wenn der entsprechende Praxistransfer auch gewährleistet
werden kann“, sagt Dr. Cornelius König von der
Universität Zürich.
Die Kienbaum-Studie „Personalentwicklung 2008“ steht für Sie hier>>> zum kostenlosen Download bereit.