Branchenthemen LASER World of PHOTONICS World of Photonics Congress LASER World of PHOTONICS China
HOME
FACHTHEMEN
BUSINESS LIFE
Messe München GmbH VOLLTEXTSUCHE

 
 
Partners  
 Newsletter abonnieren  Newsletter abonnieren

Mercateo - der Megahändler für Geschäftskunden im Internet

Seite drucken Seite weiterempfehlen  |   English
NEWS
Uni Marburg
Laserpulse brechen kontrolliert chemische Bindungen auf

Marburger Wissenschaftler haben einen ungewöhnlichen Weg gefunden, um chemische Bindungen kontrolliert aufzubrechen: Die Physikochemiker um Professor Dr. Karl-Michael Weitzel verwenden aufeinander folgende Laserpulse, um die Elektronen zwischen zwei Atomkernen auf eine Seite zu verschieben, so dass die Bindung zerfällt. Durch den zeitlichen Abstand der beiden Laserpulse ist präzise determiniert, welche Reaktionsprodukte bei dem Experiment überwiegend entstehen.
Was macht eine chemische Bindung aus und wie kann man sie kontrollieren? Auf diese Frage, die Chemiker und Physiker seit mehr als hundert Jahren beschäftigt, haben Weitzel und seine Kollegen jetzt eine verblüffende Antwort gegeben. Wie man bereits in der Schule lernt, hat chemische Bindung etwas damit zu tun, dass sich Elektronen zwischen zwei oder mehreren atomaren Kernen aufhalten - von diesen sozusagen gemeinsam genutzt werden. "Wenn Elektronen das Bestehen einer chemischen Bindung konstituieren, dann bedeutet die Abwesenheit von Elektronen zwischen zwei Kernen den Bruch dieser Bindung", erklärt Weitzel den Grundgedanken des Experiments. Doch selbst wenn Elektronen für einen kurzen Moment aus dem Bereich zwischen zwei Kernen herausgelenkt werden, kommen sie normalerweise so schnell wieder zurück, dass die Kerne nur eine gemittelte Bewegung der Elektronen erkennen.
Der Schlüssel zur Kontrolle chemischer Prozesse mittels Kontrolle der Elektronen liegt also darin, diese nicht nur kurzzeitig aus einer chemischen Bindung herauszunehmen, sondern sie auch noch am Zurückkommen zu hindern. Kein Wunder, dass dazu ein extrem schnelles Experiment erforderlich ist - "möglicherweise das schnellste, das je in Marburg durchgeführt wurde", merkt Weitzel an. Wie sich herausstellte, genügen unvorstellbar kleine Zeitunterschiede von 1.35 Femtosekunden, um vorwiegend die eine oder die andere chemische Bindung in einem Molekül zu brechen.
Die Wissenschaftler haben ihren Versuch mit der Verbindung ortho-Xylol durchgeführt (chemische Formel: C8H10). Die Moleküle dieses Gases wurden mit zwei sehr kurzen Laserpulsen optisch angeregt, die jeweils nur 40 Femtosekunden dauerten. Diese beiden Lichtpulse erfolgten in so kurzem zeitlichem Abstand, dass sie überlappten, wodurch es zu Interferenzen kam; darunter versteht man das gegenseitige Aufschaukeln oder die Auslöschung der einander überlagernden Schwingungen.
Weitzel und seine Kollegen variierten die Zeitverzögerung zwischen den beiden Laserpulsen in kleinsten Schritten von 300 Attosekunden, indem sie einen der beiden Strahlen über einen Umweg von wenigen Nanometern führten. Eine Attosekunde entspricht 10-18 Sekunden - zur Veranschaulichung: Licht benötigt etwas mehr als eine Sekunde für die Strecke von der Erde bis zum Mond, das sind fast 400.000 Kilometer. In 300 Attosekunden legt Licht ungefähr 100 Nanometer zurück.
Je nach gewählter Verzögerung zerfielen die ortho-Xylol-Moleküle in unterschiedliche Bruchstücke: Bei einem Abstand von 70 Femtosekunden erreichte die Bildung von CH3+-Ionen ein Maximum und die Bildung von C+ ein Minimum. Sobald sich der Abstand um nur 1.35 Femtosekunden vergrößerte, war es genau umgekehrt. Über die Variation der Verzögerung in diesen unglaublich kleinen Abständen ist also die Kontrolle der Ausbeute konkurrierender chemischer Prozesse möglich.
Dieses neue Phänomen kann in unterschiedlichen Bildern veranschaulicht werden. Die Wissenschaftler erklären ihre Ergebnisse dadurch, dass die Elektronen durch die Interferenzen der ultrakurzen Lichtpulse in synchrone Schwingungen versetzt werden. Dadurch befinden sie sich je nach Verzögerungszeit außerhalb der Reichweite eines der beteiligten Kerne, wodurch eine bestimmte chemische Bindung gebrochen wird - nämlich jeweils dort, wo die Elektronen gerade nicht sind. Die Ergebnisse erschienen am vergangenen Freitag im renommierten Fachjournal "Journal of Chemical Physics".

Originalveröffentlichung:
H.G. Breunig, G. Urbasch, K.-M. Weitzel: Phase control of molecular fragmentation with a pair of femtosecond-laser pulses, J. Chem. Phys. 128 (2008), 121101 (28.März, 2008), 



NEWS
weitere Beiträge ( 198 )  weitere Beiträge ( 198 ) 
LZH - Sicherheit geht vor
Schutzkleidung gegen Laserstrahlung wurde untersucht go
Neues vom World of Photonics Congress
Word of Photonics Congress - Facts and Figures go
CLEO/Europe-EQEC 2009
World leading researchers to speak at CLEO(r)/Europe-EQEC 2009 go
PRODUKTINNOVATION
weitere Beiträge ( 239 )  weitere Beiträge ( 239 ) 
Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS
Lasern und Fräsen mit einer Maschine go
Ganzkörperscannern
Passive Terahertz-Bildgebung für die Sicherheitstechnik go
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT)
Neue Bestrahlungsmethode für Medizintechnik und Biotechnologie go
ANALYSE-MÄRKTE-TRENDS
weitere Beiträge ( 46 )  weitere Beiträge ( 46 ) 
Fraunhofer Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS
Licht aus Plastik - OLEDs leuchten die Zukunft ein go
Technischen Universität (TU) Braunschweig
Terahertz-Verfahren – eine Technologie mit hohem Zukunftspotenzial go
Dreidimensionale photonische Kristalle
Kristalle und Photonik go
VERANSTALTUNG
Artikel verbergen  Artikel verbergen 
LASER World of PHOTONICS 2009
„Light at work“ go
bayern photonics e.V. - Kommunikationsforum
Netzwerkarbeit hautnah erleben - Kommunikationsforum "Mitglieder stellen sich vor" go
Kongress Optische Technologien
Messe München führt Technik Show zum Start der Innovationsliga des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch go
German World of Laser & Photonics
OptecNet Deutschland e.V. auf der Laser. World of Photonics China 2008 go
"Shanghai IT & Electronics Fair" (SIEF)
electronica & Productronica China und LASER. World of Photonics China ab 2008 unter dem Dach der "Shanghai IT & Electronics Fair" go
AKL’08 vom 07. bis 09. Mai 2008 in Aachen
Innovations-Feuerwerk auf dem International Laser Technology Congress AKL’08 go
MMI/ks
Call for Presentations zur "German World of Laser & Photonics" gestartet go
LASER. World of Photonics China 2008
Call for Presentations: "III. International Conference on Laser Processes and Components" in Shanghai go
MMI/ks
Jetzt anmelden für "German World of Laser & Photonics" in China go
MMI/ks
Wichtiger Terminhinweis: Photonics21 Jahrestreffen am 5./6. 12. 2007 in Brüssel go
MMI/ks
Laserstrahl trennt Edelstahl und zaubert das kleinste Puzzle go
MMI/ks
Optische Technologien aus Deutschland strahlen hell in China go
MMI/ks
Dritte Fachtagung "Optische Industriesensorik"  go
MMI/ks
Workshop Alterung von Laserdioden und LED go
MMI/ks
Anwenderseminar Shack-Hartmann-Sensoren go
MMI/ks
Workshop Oberflächenmesstechnik go
MMI/ks
International Laser Technology Congress AKL'08 vom 07. bis 09. Mai 2008 in Aachen go
MMI/ks
5th LANE 2007– Internationale Konferenz zur angewandten Lasertechnik go
MMI/ks
Optisch Parametrischee Oszillatoren -Workshop in Berlin go
MMI/ks
Branchenverband SPECTARIS organisiert Treffen zwischen europäischen und chinesischen Unternehmen der Photonik-Branche im November in Peking go
MMI/ks
“EOS Conference on Frontiers in Electronic Imaging” im „World of Photonics Congress 2007“ go
MMI/ks
Informationsveranstaltung: Aktuelle Entwicklungen im Bereich "Optische Strahlung" go


LASER. World of Photonics 15. - 18. Juni 2009
World of Photonics Congress 14.-19. Juni 2009
LASER World of Photonics China 17. - 19. März 2009
 Aktuell - 01.12.2008
 zurück    top