Elektronische Schaltungen auf flexiblen Folien sind heute
unverzichtbare Bestandteile in diversen Produkten. Beispielsweise
enthalten Handys, Automobile oder diebstahlsichere Etiketten solchen
Folienschaltungen. Sie zeichnen sich besonders durch ihre Biegsamkeit,
ihre geringe Größe und ihre hohe Zuverlässigkeit aus.
Der Trend zu flexiblen elektronischen Schaltungen für
miniaturisierte Produkte erfordert neuartige kostengünstige
Fertigungstechnologien. Daher hat das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH)
in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Schicht- und
Oberflächentechnik IST in Braunschweig Untersuchungen zu einem
neuen Fertigungskonzept für großflächig strukturierte
Dünnschichtsysteme mit gleichzeitig hoher Auflösung
durchgeführt.
In einem ersten Schritt werden dünne Schichten wie Leiterbahnen
auf eine Substratfolie durch das so genannte PVD-Verfahren (Physical
Vapour Deposition, ein vakuumbasiertes Beschichtungsverfahren)
aufgebracht. In einem zweiten Schritt werden diese
Dünnschichtstrukturen mit dem Laser feinstrukturiert.
Die Laserstrukturierung lässt sich sehr flexibel und einfach
programmieren und kann unter geringem technischen Aufwand
Dünnschicht-Schaltkreise unterschiedlicher
Auflösungsanforderungen nahtlos miteinander kombinieren. Mit dem
Laser lassen sich gezielt die Stellen mit besonderer Anforderung an die
Strukturauflösung, wie z.B. Feinleiter- oder Sensorformen,
herausarbeiten. Das Verfahren ermöglicht damit die
kostengünstige Variation von Schaltkreismodulen direkt im
Fertigungsprozess.
Diese Kombination zwischen der Beschichtung durch PVD und die
nachfolgende Feinstrukturierung durch den Laser vereinigt die Vorteile
beider Verfahren. Einerseits haben die Dünnschichtstrukturen eine
sehr hohe Auflösung bei hoher Prozessgeschwindigkeit und
andererseits einen geringen Verbrauch an (Edel-) Metallen.
Welches technische Potential die vorgestellte Verfahrenskombination bei
einer industriellen Umsetzung hat, kann anhand der bereits
hergestellten Demonstratoren vorgestellt werden. Die Demonstratoren (s.
Foto) enthalten neben großflächiger Strukturen mit geringer
Auflösung wie z. B. einer RFID-Antenne und einem SmartTag auch
mäanderförmige Teststrukturen mit Stegbreiten von weniger als
5 µm hergestellt. Die Arbeiten wurden durch die
Forschungvereinigung 3D-MID e.V. unterstützt.