Die Toptica begann zwar nicht in der vielzitierten Garage, aber in
einer unbenutzten Hausmeisterwohnung im Nachbargebäude der
damaligen TuiLaser AG: Mit einem noch wenig ausgeprägten
Marktgefühl für ihr erstes Produkt DL 100 und einem
Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung bewaffnet starteten Dr. Wilhelm Kaenders und Dr. Thomas
Weber mit vier weiteren Mitarbeitern die Fertigung von
wissenschaftlichen gitterstabilisierten Diodenlasern. Es war der 17.
Februar 1998, die Geburtsstunde der „TuiOptics GmbH“.
„Die Firma war von Anfang an tief eingebunden in die
internationale Forscherszene und profitierte von dem sich rasant
entwickelnden Bereich der kalten Atome. Dieser wurde in den letzten 12
Jahren immerhin mit drei Physiknobelpreisen ausgezeichnet“,
berichtet Wilhelm Kaenders. „Professor Theodor Hänsch und
zwei seiner Habilitanden, Claus Zimmermann – jetzt Professor an
der Universität Tübingen - und Andreas Hemmerich –
jetzt Professor an der Universität Hamburg - begleiteten die
Entwicklungsaktivitäten von Anfang an und gaben Hinweise für
weitere Produkte.“ Das Basismodell DL 100 und die darauf
aufbauenden halbleiterverstärkten und frequenzverdoppelten
Diodenlasersysteme traten ihren Siegeszug im „atom cooling“
an und gaben vielen Forschern – auch in Schwellenländern
– die Möglichkeit, den Puls der Zeit zu fühlen.
In der folgenden Zeit konnten diverse wissenschaftliche technologische Impulse industriell verwertet werden:
Im Jahre 1999 präsentierte TOPTICA zusammen mit Nichia den
weltweit ersten kommerziellen violetten Diodenlaser. Mittlerweile
setzen auch die Folgegenerationen in der Drucktechnik, konfokalen
Mikroskopie, optischen Datenspeicherung oder Lithographie weiterhin
bedeutende Akzente.
Thomas Weber ergänzt die Liste der Industrieaktivitäten:
„Eine Kooperation mit Prof. Masud Mansuripur vom Optical Sciences
Center aus Tucson, Arizona, führte zum Aufbau eines vielseitigen
optischen Testgeräts für Optische Speichermedien, das
erfolgreich an Kunden wie Polaroid, Seagate, LG oder BAYER verkauft
wurde. Inzwischen definiert das daraus fortentwickelte Husky-Laufwerk
die weltweite Referenz für die Qualitätsprüfung von
Blu-ray und HD DVD Disks.“
Der jüngste Unternehmensbereich „Kurzpuls-Faserlaser“
entstand nach ähnlichem Muster, aus einer Kooperation mit Prof.
Alfred Leitenstorfer (damals TU München, jetzt Universität
Konstanz). Auch hier werden inzwischen sowohl wissenschaftliche als
auch industrielle Varianten angeboten.
Als es dem jungen Team 2 Jahre nach der Gründung gelang, einige
der wissenschaftlichen Lasersysteme für industrielle Applikationen
weiterzuentwickeln verlief das Wachstum wesentlich stürmischer als
antizipiert. So kam es folgerichtig im Jahr 2001 zur Öffnung der
Firma für eine Finanzbeteiligung und der Umwandlung in die
„TOPTICA Photonics AG“.
Heute, im 10. Jahr nach der Firmengründung, hat die TOPTICA AG
mehr als 80 Mitarbeiter, eine eigene Niederlassung in den USA und
blickt stolz auf eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von 25 % pro
Jahr zurück. Kernmärkte sind Quantenoptik &
Spektroskopie, THz Erzeugung, Ultrafast, Biophotonik,
Halbleiterinspektion und die optische Datenspeicherung. Sie ist auch
als AG weiterhin in privaten Händen, dabei stark bestimmt vom
Management und den Mitarbeitern – und nicht zu vergessen vom
Spaß, im Dienste der Kunden die Grenzen des technisch Machbaren
immer weiter hinauszuschieben. Der Unternehmensslogan „A Passion
for Precision“ repräsentiert dabei ganz klar den
großen Bogen über das breit gefächerte
Produktportfolio: Hochpräzise, spektral abstimmbare und exzellent
fokussierbare Photonen, CW oder gepulst, für alle Anwendungen
jenseits der Materialbearbeitung.
Die TOPTICA begeht das 10jährige Firmenjubiläum am 17. April
2008 mit einem Empfang für Kunden und Freunde, auf dem anerkannte
Wissenschaftler und Technologen über die neuesten Applikationen
berichten.