Gut lesbare Informationen an Bedienelementen, insbesondere von
Industriemaschinen, sind nicht nur eine Frage des Komforts, sondern vor
allem der Sicherheit. Forschungsinstitute und Industrieunternehmen
haben nun im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts eine Folientastatur
entwickelt, deren Tasten mit Hilfe von OLEDs leuchten und dabei sogar
wechselnde Symbole anzeigen...
Entwickelt wurde die leuchtende Folientastatur aus organischen
Leuchtdioden (OLED) vom Fraunhofer-Institut für Angewandte
Polymerforschung IAP, Golm, in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule
Potsdam, der Bremer Hochschule für Künste HfK und dem
Neuruppiner Unternehmen TES-Frontdesign GmbH. Als Prototypen designten
sie eine Tastatur für einen Kaffeeautomaten, dessen
Produktwahltasten wegweisend für Bedienelemente von großen
Maschinen in der industriellen Fertigung sind: Das neuartige
Bedienpanel besteht aus einem flachen OLED-Display und einer
Folientastatur, die exakt übereinander liegen - und ist damit
gerade mal zwei Millimeter dünn.
Selbst wenn der Kaffeeautomat in einer dunklen Ecke aufgestellt ist,
zeigen seine Tasten ohne zusätzliche externe Beleuchtung gut
erkennbar und komfortabel alle wählbaren Optionen an. Hinzu kommt,
dass die vom OLED-Display dargestellten Symbole veränderbar sind
und damit selbst zum Schalter werden können. Die Tasten
müssen also nicht bedruckt werden, die Funktion ist vielmehr
über die jeweilige Beleuchtung erkennbar. Ist etwa zum Beispiel
bei einer Kaffeemaschine die "Espresso"-Taste gedrückt worden,
zeigt die gewählte Taste eine halbvolle statt einer leeren Tasse.
Bei zweimaligem Drücken für einen doppelten Espresso leuchtet
eine vollgefüllte Tasse auf.
Die Finesse der Neuentwicklung liegt in der Positioniergenauigkeit,
denn nur wenn sich die beiden Schichten millimetergenau
überlagern, löst die vom Benutzer betätigte Taste die
gewünschte Aktion aus. Eine weitere Herausforderung ist das starre
OLED-Material: Betätigt der Anwender eine Taste, kann sich der
Fingerdruck zu gleichmäßig auf die darunter liegende
Tastatur verteilen, was unter Umständen dazu führt, dass
diese nicht korrekt reagiert. Um dem entgegen zu wirken, haben die
Entwickler dieser Technologie auf der Oberseite des Schaltelements eine
Erhöhung angebracht. Diese fokussiert den Druck auf die Taste und
sorgt für die richtige Funktion.
Die leuchtende Folientastatur soll bald den Sprung von der
Prototypenentwicklung in die industrielle Anwendung schaffen.
Gefördert wurde das Entwicklungsprojekt von der Investitions- und
Landesbank Brandenburg über die Zukunftsagentur Brandenburg
Neuruppin.