Geschäftsprozesse
Die 6 größten Schwachstellen mittelständischer Betriebssteuerung
Auf dem Testportal www.schnellcheck.com haben die Unternehmen ihre
Geschäftsprozesse auf den Prüfstand gestellt: In Bereichen
wie der Angebotserstellung, Kapazitätsauslastung, Planung und
Erfolgskontrolle, Lohnbuchhaltung, elektronischen Steuererklärung
sowie dem Zahlungsmanagement zeigte sich, wie gut die Unternehmen in
diesen Bereichen aufgestellt sind. Dabei untersuchte der kostenlose
Online-Test nicht nur den Ist-Zustand der Betriebssteuerung, sondern
deckte gleichzeitig alarmierende Schwachstellen auf und ermittelte
Optimierungspotenziale.
Die Ergebnisse der Befragung im Einzelnen:- Ein Drittel setzt bei der Angebotserstellung noch auf Erfahrungswerte
Bei
der Ermittlung des Angebotspreises und auch der Auswertung des
wirtschaftlichen Erfolges im Nachgang eines Angebots setzen die meisten
Unternehmen auf ineffiziente und nicht mehr zeitgemäße
Verfahren. Rund ein Drittel der Unternehmen vertraut sogar noch auf
weiche Faktoren wie Erfahrungswerte, ermittelt den Angebotspreis
über das Telefon oder aufwändige papiergebundene schriftliche
Dokumentationen. Ein weiteres Drittel vertraut auf selbsterstellte
Office-Tabellen. Nur der kleinste Teil mit 31 Prozent setzt bei der
Angebotserstellung auf betriebswirtschaftliche Software und damit auf
die Vorteile wie Transparenz und integrierte Auswertungsfunktionen. - Lieferzeiten nicht eingehalten
Auch
dass eine gleichmäßige Kapazitätsauslastung ohne
software-gestützte Prozesse nicht einfach zu erreichen ist,
bestätigte die Umfrage. Fast drei Viertel der Befragten haben hier
enormen Nachholbedarf: Ein Drittel können Lieferzeiten oder
-mengen häufig gar nicht einhalten und müssen nachverhandeln,
40 Prozent müssen sich ständig mit Planungsmeetings und
Aushilfen behelfen. Dies kostet unnötig Zeit und Resourcen. Auf
eine übergreifende betriebliche Steuerung durch kaufmännische
Software bauen hier nur 28 Prozent. - Keine feste Jahresplanung und Erfolgsauswertung
Auf
die Frage, ob Unternehmen eine Jahresplanung erstellt haben, wie sich
ihr Unternehmen entwickeln soll, und wie sie ihren Geschäftserfolg
überwachen, antworten 33 Prozent der Unternehmen negativ, sie
hätten keine festgelegten Planungsprozesse. Fast ein Viertel der
befragten Unternehmen verfügen nur über eine papiergebundene
Grobplanung des Geschäftsjahres, ein Fünftel über
verschiedene Officetabellen. Damit lassen sich jedoch keine
SolI-Ist-Auswertungen auf Knopfdruck erstellen, und damit lassen sich
die Unternehmen ein wichtiges Argument gegenüber den Banken
entgehen. Nur 26 Prozent verwenden eine ERP-Software mit
standardisierten Soll-Ist-Auswertungen für die Jahresplanung und
die Überwachung des Geschäftserfolgs. - Unprofessionelle Lohnabrechnung
Erstaunliche
Ergebnisse ergab die Umfrage im Bereich der Entlohnung: 27 Prozent der
Unternehmen gehen hier noch papiergebunden mit Leistungszetteln vor,
das heißt sowohl die Erfassung der Arbeitsleistung als auch die
Lohnberechnung erfolgt händisch. 29 Prozent der Befragten geben
die Lohnabrechnung gänzlich aus der Hand und vertrauen sie ihrem
Steuerberater oder einem externen Dienstleister an. Lediglich 24
Prozent verfügen über ein Zeiterfassungssystem mit
automatischer Einspeisung in die Lohnbuchhaltung, während immer
noch 19 Prozent die Lohnabrechnung gänzlich ohne spezielle Zeit-
und Leistungserfassung erledigen. - Steuererklärung auf elektronisch
Auch
im Bereich der Steuererklärung, die seit einiger Zeit über
das Online-System Elster abzugeben ist, verlassen sich fast die
Hälfte der befragten Unternehmen auf ihren Steuerberater. Immerhin
37 Prozent verwenden hier zwar eine betriebswirtschaftliche Software
mit ständig aktualisiertem Elster-Formular und automatischem
Einlesen der Buchhaltungsdaten, doch noch immer 18 Prozent erledigen
die Steuererklärung, indem sie die Daten aufgrund von
Buchungsunterlagen händisch eingeben. - Software zur Überwachung von Außenständen
Einzig
wenn es um Außenstände und das zügige Bezahlen von
Forderungen geht, nutzt schon fast die Hälfte der Unternehmen die
Hilfe von Software mit automatisch aktualisierten Offene-Posten-Listen
und integrierter Mahnfunktion. Nur ein Drittel sichtet Rechnungen und
Kontoeingänge noch persönlich und erstellt Mahnungen
individuell. Auch mit Office-Tabellen behelfen sich in diesem Bereich
nur noch wenige Unternehmen.
Mehr als die Hälfte der 700 teilnehmenden Unternehmen kamen aus
der Dienstleistungs-Branche oder dem Handel, die absolute Mehrheit
(82%) gab ein Umsatzvolumen bis 20 Mio. Euro an.
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