Seit 1997 würdigt der Deutsche Zukunftspreis, der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation, hervorragende Leistungen in Forschung und Entwicklung. In diesem Jahr sind vier Teams für die Auszeichnung nominiert. Zwei der Expertengruppen aus Industrie und Forschung bewerben sich mit herausragenden Optischen Technologien um den renommierten Preis...
Die Nominierten für den Deutschen Zukunftspreis 2007 zeigen einmal mehr auf beispielhafte Weise, wie der Weg von der Identifizierung eines Problems zu seiner wissenschaftlich-technischen Lösung verläuft und wie aus einer Idee ein überzeugendes Produkt wird. Gute Chancen auf die Auszeichnung hat in diesem Jahr eine revolutionäre Optik für die Herstellung des Computerchips der Zukunft, entwickelt von einem Team der Carl Zeiss SMT AG, Oberkochen. Aber auch die Entwicklungsleistungen von Osram Opto Semiconductors GmbH, Regensburg, und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF, Jena, im Bereich der Dünnfilm-LEDs sind preiswürdig.
Revolutionäre Optik für die Herstellung des Computerchips der Zukunft Die von Dr. rer. nat. Peter Kürz, Winfried Kaiser und Dr. rer. nat. Martin Lowisch von Carl Zeiss SMT entwickelte EUV-Optik (EUV = Extreme-UltraViolet) schafft die Grundlagen für eine weitere Miniaturisierung der Mikroelektronik. Mit ihr lässt sich die Packungsdichte auf Computerchips verzehnfachen und damit deren Leistung weiter steigern. Dies macht den Weg frei für neue Anwendungen der Mikroelektronik, die heute noch gar nicht absehbar sind.
Bei der Herstellung der optischen Komponenten für die EUV-Lithographie sind enorme Anforderungen zu erfüllen. So müssen die Oberflächen der Spiegel, die aus rund 100 reflektierenden Schichten aufgebaut sind, mit extremer Präzision geschliffen sein: Die mittlere Abweichung jedes Spiegels von seiner Sollform beträgt maximal 0,2 Nanometer - weniger als der Durchmesser eines Atoms. Zudem müssen die Spiegel hochgenau in ihrer Position gehalten werden.
Diesen Herausforderungen wird Carl Zeiss SMT mit seiner neuen EUV-Optik gerecht. Ein erster Prototyp wurde Ende 2005 vorgestellt, 2009 soll die Technologie Serienreife erreicht haben.
Licht aus Kristallen - Leuchtdioden erobern unseren Alltag Eine Revolution der LED-Technologie löste das Forscherteam von Osram Opto Semiconductors und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik mit Innovationen im Bereich Chipherstellung, Gehäuse und Spezialoptik aus. So fanden PD Dr. rer. nat. Klaus Streubel und Dr. rer. nat. Stefan Illek durch Nutzung der Dünnfilmtechnologie und spezieller Gehäuse eine Möglichkeit, besonders lichtstarke Leuchtdioden (LEDs) herzustellen. Da sich Leuchtdioden für alle Farben, einschließlich dem unsichtbaren Infrarot, mit derselben Technologie herstellen lassen, kann man in den Gehäusen unterschiedlich farbiges Licht mühelos zu allen gewünschten Farbtönen oder zu weißem Licht mischen.
Dr. rer. nat. Andreas Bräuer vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik entwickelte eine Spezialoptik, die das aus der Chipoberfläche austretende Licht sammelt und es in die gewünschte Abstrahlrichtung bündelt. Ein weiteres optisches Element ermöglicht es, der Lichtintensität ein fast beliebiges Profil zu geben.
Erste Produkte auf Basis dieser neuen LED-Technologie, zum Beispiel Autoscheinwerfer, sind bereits seit einigen Jahren auf den Markt. Eine große Zukunft erwartet LEDs aber auch in der herkömmlichen Beleuchtung und als Hintergrundbeleuchtung in Flachbildschirmen.
Wer von den insgesamt vier Teams das Rennen um den Deutschen Zukunftspreis 2007 machen wird, entscheidet eine mit hochkarätigen Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft besetzte Jury. Preisverleihung ist am 6. Dezember 2007. Mehr Infos unter
www.deutscher-zukunftspreis.de ??