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MMI/ks
Unternehmerinnen: eine wichtige volkswirtschaftliche Größe

Selbstständige Frauen sind seit den späten Achtzigerjahren auf dem Vormarsch. Fast jedes dritte Unternehmen hat mittlerweile eine Chefin. Und die Zahl der selbstständigen Frauen steigt stärker als die der selbstständigen Männer. Der Grund liegt in der guten Ausbildung. Je höher der Bildungsabschluss von Frauen ist, desto eher ist die Selbstständigkeit eine Alternative zur abhängigen Beschäftigung.

Trotz positiver Tendenz: Nach wie vor trifft man deutlich weniger Chefinnen als Chefs. Fast die Hälfte aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft sind Frauen. Aber je höher in der Hierarchie, desto seltener sind sie dort zu finden. So ist in der obersten Leitungsebene nur noch jede vierte Führungskraft eine Frau. Grundsätzlich gilt für alle Wirtschaftszweige: Mit ansteigender Hierarchiestufe sinkt der Frauenanteil.

Dennoch gibt es je nach Branche und Betriebsgröße Unterschiede. Kleinere Betriebe werden mit 26 Prozent eher von Frauen geführt als große. Großbetriebe werden gerade mal zu 4 Prozent von Frauen geleitet. Weibliche Chefs trifft man vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich sowie bei privaten Dienstleistungen an. Anders beispielsweise im Kraftfahrzeug-Bereich oder im Baugewerbe: Hier sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor Exotinnen.
Ausbildung entscheidend

Die Neigung von Akademikerinnen selbstständig zu sein, ist am höchsten. Der Frauenanteil an den Studierenden ist stetig gestiegen. Er hält sich seit dem Jahr 2003 nahezu unverändert bei 48 Prozent.

Nach wie vor aber nehmen Frauen nur ein relativ eingeschränktes Spektrum an Studienfächern wahr. In den Geistes- und Kulturwissenschaften sind Frauen in der Überzahl, bei den Agrar- und Ingenieurswissenschaften beispielsweise sind sie eine kleine Minderheit. Das spiegelt sich beim Frauenanteil in den entsprechenden Branchen wider. Dennoch: Der wachsende Anteil an Akademikerinnen ist ein Grund für den Anstieg der selbstständig arbeitenden Frauen.

Gründungsfreudige Frauen auch im Handwerk
Aber nicht nur bei der Hochschulbildung steigt der Frauenanteil, auch im Handwerk sind Frauen auf dem Vormarsch. Ein bedeutender Schritt in die handwerkliche Selbstständigkeit ist der Meisterbrief. Im letzten Jahr haben nach Angaben des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH) 18.356 Handwerker und Handwerkerinnen ihre Meisterprüfung bestanden. Dabei lag der Anteil der Frauen bei 19,1 Prozent. Im Vorjahr lag er noch bei 17,6 Prozent. Eine positive Entwicklung, die sich bereits seit Jahren fortsetzt.

Nicht nur der Anteil der Meisterinnen, auch die Neigung, unternehmerisch tätig zu werden, könnte bei den Handwerksfrauen noch steigen. Denn in dieser Berufsgruppe sind die Männer nach wie vor am gründungsfreudigsten.

Unternehmensnachfolge durch Frauen
Nur jedes zehnte Unternehmen, das innerhalb der Familie weitergegeben wird, übernimmt eine Frau. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums werden bei der Wahl des Nachfolgers Töchter oft vergessen. Und dies obwohl sie häufig bessere Qualifikationen als die Männer ihrer Familie mitbringen.

Aber nicht nur Töchter sind geeignet, die Nachfolge anzutreten. Immer häufiger kann ein Unternehmen nicht innerhalb der Familie weitergegeben werden. Nach Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn werden nur 44 Prozent familienintern vergeben. Und in den nächsten fünf Jahren steht voraussichtlich jährlich rund 70.000 kleinen und mittleren Betrieben eine Unternehmensnachfolge bevor. Daher sollten Frauen die Chance nutzen, nicht nur neu zu gründen, sondern auch bestehende Unternehmen zu übernehmen.



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