Nach Jahren des Aufschwungs steht die Solarbranche vor einer Fusionswelle: Wie die dpa berichtet, ist für die Solarindustrie in Deutschland eine große Konsolidierung zu erwarten. Unter anderem haben starke Subventionierungen im Bereich erneuerbarer Energien in der Vergangenheit eine Vielzahl neuer Anbieter hervorgebracht. Jetzt zeigen auch die großen Chipkonzerne Interesse an diesem Boomsektor. Ein eindrucksvoller Beweis für die positive Solarmarkt-Entwicklung auf der Anwendungsseite ist u.a. bei Leipzig zu besichtigen - hier entsteht die weltweit größte Photovoltaikanlage.
Angetrieben wird die Konsolidierung vom Ausbau der Fertigungskapazitäten, der in den nächsten Jahren für einen Preisverfall bei Solarmodulen sorgen wird. In Deutschland gibt es derzeit über 50 Produzenten für Photovoltaik in diesem Bereich, darunter börsennotierte Unternehmen wie Q-Cells, Solarworld, ErSol, Conergy und Solon. Die Expansionswut der Branche lässt aktuell neue Fabriken im Wert von rund einer Milliarden Euro entstehen.
Die Investitionen lohnen sich: Allein hierzulande soll der Umsatz für Solarprodukte von derzeit 4,9 Milliarden Euro auf 8 Milliarden Euro bis 2012 steigen, schätzt der Bundesverband Solarwirtschaft. In Italien, Spanien und den USA sind die sogar Zuwachsraten noch höher. Größte Chancen am Markt haben Brancheninsidern zufolge die Unternehmen, die die gesamte Wertschöpfungskette vom Wafer bis zum fertigen Modul abdecken.
Aus diesem Grund interessieren sich jetzt auch die großen Konzerne für die Solarbranche: Siemens und General Electric (GE) gelten derzeit als heißeste Kandidaten für Unternehmenszukäufe in diesem Bereich, aber auch Chipgiganten wie Intel und Samsung eruieren die Akquisitionsmöglichkeiten. Die Halbleiterhersteller profitieren in diesem Wachstumsmarkt vor allem von ihrem Know-how in Sachen Silizium, das ja auch den Grundbaustein für Solarzellen darstellt.
Zu den besonders interessanten - weil stückzahlintensiven - Solaranwendungen zählen Photovoltaikanlagen, die in die Stromversorgungsinfrastruktur ganzer Städte oder sogar Wirtschaftsgebiete integriert werden. Erst kürzlich wurde in der Nähe von Leipzig der erste Bauabschnitt für die "weltweit größte Photovoltaikanlage" fertig gestellt. Etwa 130 Millionen Euro werden hier investiert, um ab 2009 mit rund 550.000 Dünnschichtmodulen auf einer Fläche, die 200 Fußballfeldern entspricht, 40 Millionen kWh Solarstrom zu erzeugen.