Bleiben Konflikte auf Dauer unerkannt und ungelöst, wirkt sich dies immer ungünstig auf das gesamte (Arbeits-)Umfeld aus. Nicht selten schwelen Konflikte erst einmal eine Weile unter der Oberfläche und verbrauchen dabei Energien, die an anderer Stelle fehlen. Entbrennt schließlich ein (offener) Konflikt zwischen den unmittelbar Beteiligten, sind in fast allen Fällen auch weitere Kollegen oder Mitarbeiter involviert. All dies hat letztlich negative Auswirkungen auf die Arbeitsergebnisse, sodass es im Interesse einer jeden Führungskraft liegt, Konflikte konstruktiv und nachhaltig zu lösen. Eine bewusste und gezielte Gesprächsführung ist hierfür unerlässlich.
Zu beachten ist jedoch, dass es nicht darum gehen soll, Konflikte gänzlich auszuschließen und unbedingt zu verhindern. Entscheidend ist es, Konflikte erkennen, akzeptieren und anschließend bewältigen zu können. Denn Konflikte erfüllen auch ihren ganz eigenen Zweck.
- Konflikte machen es möglich, dass Unterschiede in den Ansichten, Meinungen, Zielsetzungen etc., die zweifellos immer vorhanden sind, akzeptiert und deutlich gemacht werden. Die konstruktive Verarbeitung von Konflikten ermöglicht es außerdem, fruchtbare Impulse aus diesen Unterschieden zu erhalten.
- In Konflikten spiegelt sich die reale Komplexität menschlicher Bedürfnisse und Bedingungen wider. Sie sind Ausdruck menschlicher Individualität und Differenziertheit. Konflikte machen die komplexe Vielfalt, die unser Leben ausmacht, sichtbar und nutzbar.
- Konflikte stellen Althergebrachtes und Bewährtes auf den Prüfstand und sind so wichtiger Impulsgeber für Veränderungsprozesse und Weiterentwicklungen, denn Veränderungen sind nicht selten das Ergebnis von Konflikten, in denen Neues gegen Altes durchgesetzt wird.
Quelle
Stéphane Etrillard, Düsseldorf
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