Bildverarbeitungstechnologien made in Germany sind weiter auf dem Vormarsch: Die Arbeitsgemeinschaft "Industrielle Bildverarbeitung" im VDMA rechnete vor, dass die Branche im vergangenen Jahr ihren Umsatz um neun Prozent auf 1,1 Milliarden Euro steigern konnte. Die größten Umsatzzuwächse verzeichneten "Vision Sensoren", Beleuchtungstechnologien sowie Optiken.
Im Inland legte der Umsatz für industrielle Bildverarbeitung um 11 Prozent zu. Gleichzeitig stieg der Exportanteil der Bildverarbeitungstechnologien aus deutschen Landen auf inzwischen 57 Prozent. Gut ein Viertel des Umsatzes wird im europäischen Ausland realisiert, jeweils 15 Prozent gehen auf das Konto asiatischer oder amerikanischer Länder.
Besonders dynamisch entwickelten sich die Umsätze bei den Bildverarbeitungskomponenten, insbesondere "Vision Sensoren" mit einem Umsatzplus von 157 Prozent. Diese schlüsselfertigen Bildverarbeitungsprodukte sind mit einem CCD- oder CMOS-Chip, einer Recheneinheit und spezifischer Applikationssoftware ausgestattet und sind sehr einfach und preiswert einsetzbar, zum Beispiel für das Lesen von Codes in der Halbleiterfertigung.
Weiterhin kräftig zulegen konnten Beleuchtungen mit 43 Prozent (2005: 34 Prozent), Optiken mit 34 Prozent (2005:10 Prozent) sowie Bildverarbeitungs-Software mit 30 Prozent (2005: 29 Prozent). Die klassischen Bildverarbeitungskameras verzeichneten ein Umsatzplus von 29 Prozent, während Smart Cameras mit einem verhältnismäßig schwachen Zuwachs von 19 Prozent hinterher hinkten.
Größte Abnehmer für Bildverarbeitungstechnologien sind die industriellen Anwender: Die Automobilindustrie und ihre Zulieferer führen klar mit 29 Prozent Anteil, gefolgt von der Glasindustrie (13 Prozent) und der Elektro-/Elektronikindustrie (acht Prozent). Ein Fünftel ihres Umsatzes realisierte die Branche mit nicht-industriellen Applikationen, unter anderem in der Medizintechnik, wie z.B. für das Unterscheiden von Leberfleck und Melanom, oder in der Sicherheitstechnik, z.B. für das Lesen von Nummernschildern oder die Identifikation von Personen durch Iriserkennung oder das Scannen von Fingerabdrücken.