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- 9. Lernen Sie aus Ihren Fehlern
Fehler sind eine Möglichkeit, Schwachstellen im System zu erkennen. Fehler bieten daher auch eine gute Möglichkeit, zu lernen und das eigene Verhalten zu korrigieren. Wie viele Versuche gibt es in Ihrer Organisation oder auch in Ihrem persönlichen Verhalten, Dinge zu vertuschen oder zu beschönigen, die nicht so gut gelaufen sind? Alle Formen dieser Verschleierung führen dazu, dass wertvolle Chancen für Veränderungen ungenutzt bleiben. Was hindert Sie daran, Fehler offen einzugestehen? Auf längere Sicht wird es Ihnen helfen, wenn Sie gemachte Fehler rechtzeitig eingestehen. Niemand ist perfekt und niemand ist ohne Fehler. Das rechtzeitige, offene und ehrliche Eingestehen von Fehlern wird Ihre Stellung und Autorität stützen.
- 10. Haben Sie Visionen und Begeisterungsfähigkeit
Wo kommen Ideen und Wünsche für die Zukunft her, wenn nicht aus Begeisterung, Visionen und Engagement? Wer kein Ziel hat, weiß nicht, wohin er laufen soll. Visionen geben dem Leben und der Arbeit eine Zielrichtung und einen Sinn. Visionen sind Motoren für die tägliche Arbeit. Vorgesetzte ohne Visionen sind wie ein „Vogel im Aquarium“ (Buchtitel von Daniel Goeudevert, ehemaliger Ford-Chef). Sie stehen sich selbst im Weg und werden ihre Mitarbeiter kaum für eine Sache begeistern können.
- 11. Seien Sie persönlich immer positiv, konstruktiv und humorvoll
Auch wenn es in Stresssituationen und Hektik manchmal zum „aus der Haut fahren“ sein kann, sollten Sie sich trainieren, ruhig und konstruktiv zu bleiben. Wenn Sie durch Ihre Unruhe und Nervosität auch noch Ihre Mitarbeiter blockieren, bleiben die Probleme ungelöst. Jede Aufregung ist im Prinzip die Verschwendung von wertvoller Zeit. Versuchen Sie daher, in wirklich jeder Situation ruhig und konstruktiv zu bleiben. Suchen Sie keine Schuldigen für entstandene Probleme, sondern Lösungen. Leben Sie Ihren Mitarbeitern praktisch vor, wie man auch in Situationen größter Spannungen und Probleme energisch, aber gelassen Lösungen suchen, inden und umsetzen kann. Oft kann es gerade in den größten Stress-Situationen sehr hilfreich sein, mit Humor zu reagieren. Das kann die Spannungen lösen und Energien für die eigentliche Problemlösung freisetzen.
- 12. Legen Sie hinderliche Gewohnheiten ab
Exzentrische Gewohnheiten sind zur Erfüllung der beruflichen Aufgaben meist unbrauchbare und störende Eigenschaften. Sich von diesen Gewohnheiten zu trennen, bedeutet eine enorme Kraftanstrengung. Georg Kreisler hat in einem Liedertext besungen, worauf es ankommt: „Man sollte sich das Ungewohntsein angewöhnen, dann hat man die Gewohnheit, die man braucht.“ Erst wenn man keine hinderlichen Gewohnheiten hat, ist man offen und frei und kann seine Zeit für nützliche Dinge nutzen. Auch wenn das kaum einem Menschen gelingen wird, sollte man sich wenigstens mit aller Kraft bemühen.
- 13. Haushalten Sie mit Ihren persönlichen Ressourcen
Sich selbst zu managen heißt auch, seine persönlichen Kräfte und Energien richtig einschätzen und damit haushalten zu können. Menschen haben unterschiedliche Konstitutionen und Kräftepotenziale. Aber jeder hat seine Grenzen. Von Führungskräften werden eine überdurchschnittliche kreative Lebensauffassung, geistiges Wachstum, wache Augen und ein ständiges Hinzulernen gefordert. Führungskräfte sind daher einem besonderen psychischen und physischen Druck ausgesetzt. Sie sollten daher besonders auf Ihre Gesundheit achten. Wenn Sie ständig überlastet, genervt und gestresst oder ausgebrannt sind, werden Sie Ihre Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend wahrnehmen können. Forschungen zum Burn-out-Syndrom (sich völlig ausgebrannt fühlen) bei Managern haben gezeigt, dass die Führungskräfte am meisten vom Burn-out bedroht sind, die den Sinn ihres Lebens ausschließlich an den Erfolg ihrer Arbeit koppeln. Wenn im Berufsleben mal etwas nicht so läuft wie geplant, kommt zu der Krise in der Arbeit auch die Krise im Privatleben hinzu. Sie sollten sich daher neben Ihrer Arbeit auch ausreichend Zeit für private Interessen nehmen.
- 14. Sprechen Sie über Ihre persönlichen Eindrücke und Gefühle
Menschen, die über ihre persönlichen Eindrücke und Gefühle sprechen können, werden in der Regel als attraktivere, freiere, offenere Persönlichkeit erlebt. Wenn Sie persönliche Eindrücke äußern und Gefühle zeigen können, wird es Ihnen leichter gelingen, eine gelöste Atmosphäre zu schaffen, in der alle Beteiligten freier arbeiten können, weil sie sich wohlfühlen.
- 15. Seien Sie über neue Entwicklungen auf Ihrem Fachgebiet aktuell informiert
Wir leben in einer Informationsgesellschaft. Per Internet stehen heute viele neue Ideen, Innovationen, Forschungsergebnisse, Gesetze oder andere Neuigkeiten weltweit jedem Menschen innerhalb von Minuten zur Verfügung. Wissen ist nicht immer Macht. Aber wer sich über sein Gebiet immer auf dem Laufenden hält, hat einen Vorsprung vor der Konkurrenz. Gerade Führungskräfte sollten daher darauf achten, über ihr Fachgebiet stets aktuell informiert zu sein.
- 16. Bauen Sie Ihre Kontakte und Beziehungen aus
Gleiches gilt für das Aufbauen und Pflegen von Kontakten. Für viele Führungskräfte ist es gewohnte Normalität, nur zu den Menschen intensivere Kontakte zu haben, die ihnen sympathisch sind. Sympathie und Antipathie sollten jedoch eine untergeordnete Rolle spielen, wenn es um das Erreichen von Arbeitszielen geht. Beziehungen sollten Sie bewusst und gezielt zu den Personen aufbauen und halten, die für Ihre Arbeit wichtig sein könnten. Beziehungen aufbauen und gestalten gehört zu den wichtigsten Kompetenzen eines Führungsverantwortlichen. Durch kooperative Beziehungen zu anderen Menschen erhalten Sie beispielsweise Informationen, die Sie sonst kaum bekommen hätten, oder Sie erhalten Empfehlungen für weitere wichtige Kontakte. Diese Kontakte können Ihnen weitere Türen öffnen oder Ihnen helfen, Dinge unbürokratisch und schnell zu erledigen.
Quelle Fachverlag für Recht und Führung Theodor-Heuss-Str. 4 53095 Bonn Telefon 0228/9 55 01 30 Telefax 0228/35 97 10 www.vorgesetzter.de
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