Der Standard-Software-Markt in Deutschland hat den Wachstumstrend von 2005 im Jahr 2006 fortgesetzt. Sowohl der Umsatz mit Systemsoftware, Tools, Middleware und Datenbank-Software (+4,8 %) als insbesondere auch die Nachfrage nach Standard-Anwendungs-Software (+6,4 %) wiesen 2006 deutliche Steigerungen gegenüber dem Vorjahr auf. Insgesamt stieg in Deutschland im Jahr 2006 der Umsatz mit Standard-Software nach Ermittlungen des Branchenverbandes Bitkom um rund 5,6 Prozent auf 17 Milliarden Euro.
Wie aus der aktuellen Erhebung der Lünendonk GmbH, Bad Wörishofen, hervorgeht, haben die 25 IT-Unternehmen, die im Jahr 2006 die höchsten Umsätze in Deutschland erzielt haben und jeweils mehr als 60 Prozent ihres Umsatzes im Standard-Software-Geschäft erwirtschaften, in Deutschland 2006 Inlandsumsätze von zusammen über 6 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einem inländischen Marktanteil von über 35 Prozent.
Die Reihenfolge der Top 25 Standard-Software-Unternehmen erfolgt seit dem Vorjahr nicht mehr nach der Höhe der Gesamtumsätze der Unternehmen, sondern nach deren Inlandsumsätzen in Deutschland. Diese neue Struktur sorgt für eine erhöhte Transparenz und noch bessere Vergleichbarkeit der Anbieter, was ihre Position im deutschen Markt betrifft. Selbstverständlich enthalten die Listen auch weiterhin zusätzlich die jeweiligen Gesamtumsätze der Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben. Diese systematische Veränderung hat allerdings zur Folge, dass gerade die deutschen Software-Häuser, die durch große Auslandsumsatz-Anteile ihre internationale Präsenz und Wettbewerbsfähigkeit demonstrieren, weiter unten im nach Inlandsumsätzen geordneten Ranking auftauchen.
Im Vergleich zur Lünendonk®-Liste vom Vorjahr 2006 sind einige Standard-Software-Unternehmen nicht mehr in der Liste vertreten, unter anderem da sie inzwischen in ihre Muttergesellschaften integriert wurden (SSA Global GmbH) oder weil zum Erhebungszeitpunkt weder offizielle Unternehmensdaten noch Anhaltspunkte für Schätzungen für 2006 verfügbar waren (CSB-System AG).
Neu in der Standard-Software-Top 25-Liste vertreten ist die Adobe Systems GmbH, für die zum ersten Mal Deutschlandzahlen vorliegen. Außerdem wurde die CompuGroup Holding AG aufgenommen. Dieser auf den Medizinsektor spezialisierte Software-Anbieter hat sich u.a. durch Übernahmen gleich einen Platz unter den Top 10 erobert.
Insgesamt verkauften die zwölf Standard-Software-Unternehmen aus der Lünendonk®-Liste, die ihren Hauptsitz in Deutschland haben, für fast 8,3 Milliarden Euro Software-Produkte an Kunden im Ausland. Daraus ergibt sich für 2006 ein Exportanteil am Gesamtumsatz dieser Unternehmen, der mit 76,2 Prozent noch über der entsprechenden Quote (74,6 %) des Vorjahres 2005 liegt.
Die Inlandsumsätze der Top 25 stiegen um durchschnittlich 8,1 Prozent, wobei unter anderem Übernahmen zu sehr unterschiedlichen Veränderungsraten zwischen plus 23,7 Prozent und minus 7 Prozent führten. Nur vier der Top 25 der Standard-Software-Unternehmen weisen 2006 Umsatzrückgänge im Deutschlandgeschäft auf. Doppelt so viele erzielten zweistellige Zuwachsraten.
Für das laufende Jahr 2007 erwarten die Unternehmen durchschnittliche Umsatzzuwächse in einer ähnlichen Größenordnung wie im Jahr 2006.
Die Top 25 Standard-Software-Unternehmen in Deutschland (PDF 380 KByte).