Im Januar 2007 waren in 20 der 27 Mitgliedstaaten der EU gesetzliche MindestIöhne in Kraft. Bei der Höhe der Mindestlöhne waren große Unterschiede zu verzeichnen: Die Spanne reichte von €92 pro Monat in Bulgarien bis hin zu €1.570 pro Monat in Luxemburg. Nach einer Bereinigung um Kaufkraftunterschiede verringern sich die zwischen den Mitgliedstaaten bestehenden Unterschiede vom Siebzehnfachen (in Euro) auf das Siebenfache (in KKS = Kaufkraftstandard ): Luxemburg (1 503 KKS pro Monat) lag an erster Stelle, Rumänien (204 KKS) an letzter.
Ferner ist festzustellen, dass auch beim Anteil der Arbeitnehmer, die den Mindestlohn beziehen, zwischen den Mitgliedstaaten große Unterschiede bestehen: Er lag zwischen weniger als 1% in Spanien und 17% in Frankreich.
Diese Angaben werden von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, veröffentlicht.
Drei Ländergruppen
Wenn man die Höhe des Mindestlohns in Euro betrachtet, so lassen sich die Mitgliedstaaten drei großen Gruppen zuordnen. In Bulgarien (€92 pro Monat), Rumänien (€114), Lettland (€172), Litauen (€174), der Slowakei (€217), Estland (€230), Polen (€246), Ungarn (€258) und der Tschechischen Republik (€288) lagen die Mindestlöhne im Januar 2007 unter €300 pro Monat. Portugal (€470), Slowenien (€522), Malta (€585), Spanien (€666) und Griechenland (€668 im Juli 2006) gehörten der mittleren Gruppe an, in der Mindestlöhne zwischen €400 und €700 pro Monat gezahlt wurden. In Frankreich (€1.254), Belgien (€1.259), den Niederlanden (€1.301), dem Vereinigten Königreich (€1.361), Irland (€1.403) und Luxemburg (€1.570) lagen die Mindestlöhne bei über €1.200 pro Monat.
Zum Vergleich: In den USA belief sich der auf Bundesebene geltende Mindestlohn im Januar 2007 auf €676.
Anteil der Mindestlohnbezieher reichte von 1% in Spanien bis zu 17% in Frankreich
Der Anteil der Arbeitnehmer, die den Mindestlohn bezogen, lag 2005 unter 2% in Spanien (0,8%), Malta (1,5%), der Slowakei (1,7%), dem Vereinigten Königreich (1,8%) und betrug 2% in der Tschechischen Republik. Mehr als 10% erhielten den Mindestlohn in Frankreich (16,8%), Bulgarien (16,0%), Lettland (12,0%) Luxemburg (11,0%) und Litauen (10,3%).
In den USA bezogen 1,3% der Arbeitnehmer den auf Bundesebene geltenden Mindestlohn.
In den Mitgliedstaaten, aus denen Daten vorliegen, entsprachen die Mindestlöhne zwischen einem Drittel (Estland, Rumänien, Lettland, Polen und Slowakei) und der Hälfte (Irland, Luxemburg, Malta und Bulgarien) der durchschnittlichen monatlichen Bruttoverdienste in der Industrie und im Dienstleistungssektor.
In den USA entsprach der auf Bundesebene geltende Mindestlohn 32% der durchschnittlichen monatlichen Bruttoverdienste.