Wer an einem Prozess beteiligt wird, stimmt dem Ergebnis viel lieber zu. Doch genau das wird meistens unterlassen. Was passiert dann? Selbst wenn das Ergebnis für den anderen annehmbar wäre, wird es oft abgelehnt. Warum? Der Ausschluss vom Entscheidungsprozess hat ihn in seinem Selbstwertgefühl verletzt. In der folgenden Liste sind zehn Klagen von Mitarbeitern aufgeführt, die deutlich machen, warum sich Mitarbeiter manchmal als störrisch erweisen:
- Ich konnte nicht ausreden, mein Chef hat mich dauernd unterbrochen.
- Ich konnte mich auf das Gespräch nicht vorbereiten, wurde überrumpelt.
- Ich fühlte mich zu Entscheidungen gedrängt, obwohl ich noch nicht restlos überzeugt war.
- Der Chef hat mich von oben behandelt, ließ mir seine Überlegenheit spüren.
- Ich hatte das Gefühl, ihm geht es nur um die Sache. Als Mensch war ich unwichtig.
- Hat viel zu viel selbst geredet. Monolog. Ich kam nicht zum Reden.
- Er hatte schon eine vorgefasste Meinung. Ich redete gegen eine Wand.
- Er war oberflächlich sehr verbindlich, trotzdem aber glatt. Guter Schauspieler.
- Er hat mich dauernd widerlegt, gab immer Kontra. Hatte keinerlei Verständnis.
- Er hat sich überhaupt nicht bemüht, die Dinge auch mal aus meiner Sicht zu sehen.
Autor
Gerhard Reichel
Institut für Rhetorik,
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