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ANALYSE-MäRKTE-TRENDS
MMI/ks
Deutschland leuchtet: führende Positionen im Weltmarkt der Photonik-Industrie

Der Weltmarkt für Optische Technologien (OT) wird 2007 auf rund 200 Milliarden US-Dollar klettern und 2013 gar ein Volumen von 500 Milliarden US-Dollar erreichen. Auf europäischer Ebene sollen in der OT-Branche rund 265.000 Jobs angesiedelt sein. 2004 waren es noch 150.000. Deutschland wird daran nicht nur partizipieren, sondern aufgrund seiner führenden Position wesentlich profitieren. 2007 wird Deutschland mit ca. 16 Milliarden Euro knapp 10 Prozent des globalen Umsatzes mit OT beitragen. Dies erläuterte Dr. Eckhard Heybrock vom VDI Technologiezentrum im Rahmen der Hauptpressekonferenz zum Auftakt der Weltleitmesse LASER 2007. World of Photonics. Vom 18. bis 21. Juni traf sich unter dem Motto „Light at Work“ in München die internationale OT-Branche.

Deutschlands OT-Industrie hat nicht nur eine führende Stellung auf dem Weltmarkt inne. Sie ist vor allem Exporteur. Der Anteil der Ausfuhren wird 2007 rund 65 Prozent betragen, das Wachstum in Deutschland auf zehn Prozent steigen. Die starke Nachfrage nach Produkten und Technologien aus deutschen Landen, die ein Wachstum von etwa zehn Prozent erwarten lässt, ist unter anderem darauf zurück zu führen, dass sich Wissenschaft und Unternehmen auf drei starke Leitmärkte innerhalb der Optischen Technologien konzentriert haben:

Fertigung und Qualitätskontrolle, Medizintechnik und Life Science und Beleuchtung

Diese Segmente weisen ein überproportionales globales Wachstum auf und sind daher gut geeignet, die OT-Branche in Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter zu stärken. Die Ausgangslage der deutschen OT-Industrie ist sehr gut. Deutschland verfügt über international führende und wettbewerbsfähige Unternehmen in starken Anwenderbranchen. Forschung, Universitäten und die Vernetzung zwischen Spitzenforschung, Groß- und mittelständischen Unternehmen in so genannten Kompetenznetzen ist im internationalen Vergleich ausgezeichnet. So gehören dem Optec-Net beispielsweise rund 240 Unternehmen und 120 Universitäten und Institute an. Auch die Politik ist schon seit längerem in die Förderung der OT eingetreten. Eigene nationale Förderprogramme helfen Industrie und Forschung, Innovationen „Made in Germany“ zu kreieren, Optische Technologien sind wesentlicher Bestandteil der High-Tech-Strategie der Bundesregierung. Auch die Rolle der EU ist dabei nicht zu unterschätzen.

Leitmarkt Fertigungstechnik und Qualitätskontrolle
Der Weltmarkt für Lasersysteme zur Materialbearbeitung beläuft sich nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Optech Consulting 2005 auf rund fünf Milliarden Euro. Zählte Deutschland anfänglich noch zu den importierenden Industrienationen, hat die Branche rasch aufgeholt und ist mit einer Exportquote von 73 Prozent deutlich auf die Seite der ausführenden Länder gewechselt. Schon heute ist jedes vierte Lasersystem aus Deutschland – und das Wachstumspotenzial ist groß. Bislang sind erst zehn bis zwanzig Prozent der Anwendungen und Einsatzbereiche erschlossen.
Die Potenziale dafür liegen zum ersten in der Optimierung der Produktion mit Licht: Bei einer Losgröße von eins bis einer Million wird es wirtschaftlich, Lasersysteme einzusetzen. Vor allem durch die hohe Flexibilität des Werkzeugs ist die Grundlage für eine technologische Spezialisierung und die Anfertigung standardisierter Lösungen gegeben. Zum zweiten profitieren auch kleine und mittelständische Unternehmen vom hohen Reifegrad der Fertigungstechnik. Und der rasante Technologiewandel ermöglicht grundlegend neue Materialien wie neue funktionelle Werkstücke und maßgeschneiderte optische Materialien. Gelingt es, intelligente Systeme weiter auszubilden, die „Augen und Verstand“ haben, so können sie durch das Erfassen von Bildinformationen selbständig bewerten und entscheiden.

Leitmarkt Medizintechnik und Life Science
Den Optischen Technologien wird im Bereich des Gesundheitswesens heute ein Einfluss, ähnlich der Erfindung des Mikroskops oder der Röntgenstrahlen zugeschrieben. Mit der Hilfe von OT ist es möglich, Wirkstoffe für neue Medikamente zu suchen oder den Vormarsch der schonenden, minimalinvasiven Therapien zu unterstützen.
Der Anteil der deutschen Medizintechnik am Weltmarkt beträgt nach einer Studie von Standard & Poor’s 2006 rund 16,6 Milliarden Euro. Auch in diesem Leitmarkt ist Deutschland mit einer Exportquote von 60 Prozent hinter den USA der zweitgrößte Exporteur der Welt. Der Umsatz mit optischer Medizintechnik aus Deutschland beträgt 2,9 Milliarden Euro. Deutschland hält damit einen Weltmarktanteil von 15 Prozent.
Ein Teilbereich der Optischen Technologien ist die Biophotonik, die in der Bio- und Pharmatechnologie zum Einsatz kommt. Laut „Photonics21“, 2006, soll dieses Segment in den nächsten drei Jahren um rund 20 Prozent wachsen. 2006 betrug der Weltmarkt rund 11,5 Milliarden US-Dollar. In Deutschland sind laut einer Studie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 380 Biotechfirmen aktiv, von denen 20 Prozent biophotonische Verfahren nutzen. Die hohe Relevanz der OT in Medizin und Life Science erschließt sich vor allem vor dem Hintergrund, dass nur sie es ermöglicht, Prozesse in einer lebenden Zelle, also auf molekularer Ebene, zu beobachten. Dieses gewonnene Grundverständnis von Zellvorgängen ist die Basis für Prävention und individuell zugeschnittene Medizin. Die Zukunft gehört dabei vor allem den Lasermikrowerkzeugen. Durch sie lassen sich lebende Zellen aus dem benachbarten Gewebe entfernen und berührungslos und damit kontaminationsfrei in ein Gefäß zur weiteren Untersuchung transportieren.

Leitmarkt Beleuchtung
Deutschland hat in diesem Segment eine Führungsposition inne und rangiert, gemessen an der Produktion, auf dem zweiten Platz. Der Umsatz der deutschen Industrie beläuft sich hier auf 2,2 Milliarden Euro, der Anteil am Weltmarkt beträgt zwölf Prozent. Die Exportquote ist mit 75 Prozent die höchste in den drei Leitmärkten. Diese Platzierung ist mit Blick auf die Herausforderungen der nächsten Jahre nicht unwichtig, denn die nachteiligen Effekte der Beleuchtung in den Griff zu bekommen, ist zu einer globalen Herausforderung geworden. Auf ihr Konto gehen rund 19 Prozent der weltweiten Stromerzeugung.
Innerhalb des Marktsegments „Beleuchtung“ zählt das Halbleiterlicht LED zum Megatrend. Die Lichtleistung einer LED verdoppelt sich derzeit etwa alle zwei Jahre. Der Weltrekord wurde 2007 von OSRAM Opto Semiconductors erzielt, indem die erste kalt-weiße LED mehr als 1.000 Lumen erreichte und damit eine 50 W Halogenlampe übertraf. 2006 wuchs der internationale Markt um 13 Prozent. Prognostiziert wird, dass 2025 jede dritte Lichtquelle eine LED sein wird. Hintergrund des Wachstums: Die großen Anwendungsgebiete kommen erst noch. Die größten Wachstumspotenziale sollen laut „Strategies Unlimited“ in ihrer Studie zu „High-Brightness LED market review and forecast“, 2005, in der Automobilindustrie, der Beleuchtung, in elektrischen Geräten und insbesondere bei Signalen und Displays liegen.
LED wird jedoch inzwischen vom organischen LED, dem OLED, getoppt, das vom BMBF in der OLED-Initiative gefördert wird. Laut „iSuppli Corp“ belief sich der Weltmarkt 2004 auf 430 Millionen Euro. Experten sprechen von einem Triumphzug des Halbleiterlichts zum „besten Licht der Welt“. Es vereint Vorzüge, die es für die breite Durchsetzung prädestinieren: obgleich klein, robust und billig in der Herstellung, bietet es eine große Helligkeit, einen großen Betrachtungswinkel, ist flexibel und lässt sich großflächig herstellen.
Die Zukunftschancen dieses Segments liegen in der Durchsetzung von effizientem Licht, das den CO2-Ausstoß in Deutschland um etwa sechs Millionen Tonnen reduzieren würde. Intelligentes Licht bietet aber auch mehr Sicherheit, Komfort und Effizienz. Durch die Nutzung von Synergien mit solarer Energie sind neue Anwendungen möglich.

Arbeitsmarkt Photonik
In Deutschland waren nach einer Studie des VDI Technologiezentrums im Jahr 2005 etwa 100.000 Personen in der Photonik beschäftigt, davon 36.000 in KMU-Firmen. Der Anteil der Akademiker ist mit rund 22 Prozent hoch, der Bedarf noch höher. Daher gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen, durch die der Nachwuchs heran- und ausgebildet werden soll. Das Programm reicht von Aktionen in und mit Grundschulen bis zu mehr als einhundert Weiterbildungsangeboten bei der Bundesagentur für Arbeit. Die Hochschulen bieten inzwischen mehr als 1.000 Lehrveranstaltungen pro Jahr zu OT-Studiengängen.
Das BMBF-Förderprogramm „Optische Technologien – Made in Germany“ mit einer Laufzeit von 2002 bis 2012 ist ein äußerst erfolgreiches Förderinstrument. Es gibt kaum ein deutsches Unternehmen oder Forschungsinstitut auf der LASER, das nicht von der Forschungsförderung profitiert hätte. Aber es geht nicht nur um Forschungsprojekte, sondern erste Strukturen einer „Branche“ gilt es zu entwickeln und zu stärken. Die OT wurden ab 2007 als „Photonics“ auch im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm der EU verankert. Das Fördervolumen wird durchschnittlich 48 Millionen Euro pro Jahr betragen – bei einer Laufzeit bis 2013. (Im Förderprogramm 5, das von 1999 bis 2002 lief, waren es nur 14 Millionen.)
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen – die gesamte Community der Optischen Technologien arbeitet auf internationaler, europäischer und nationaler Ebene mit Hochdruck daran, diesen Zukunftsmarkt voran zu treiben, Innovationen in marktfähige Produkte umzusetzen und Wachstumspotenziale auch im Sinne des Arbeitsmarktes zu erschließen.

Alle Informationen zur LASER 2007. World of Photonics finden sich auf der offiziellen Messe-Website www.world-of-photonics.net.


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