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PRAXIS
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Die Vor- und Nachteile von E-Learning

Die Erfolgskurve des E-Learnings ist deutlich sichtbar, zwar war sie in der Vergangenheit starken Schwankungen und damit einem nicht-linearen Trend unterworfen, aber im Zuge der stetigen Energiepreissteigerungen, deren Ende in den nächsten Jahren nicht abzusehen ist, wird sich E-Learning nicht nur als eine Form der Bildung in unserer Gesellschaft manifestieren, sondern in einigen Bildungsbereichen insbesondere in der IT-Fortbildung die vorherrschende Bildungsoption werden. Unternehmen achten mehr denn je heute auf eine bedarfsgerechte Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, welche neben der Maßgabe der zielgerichteten Effektivität auch das Ziel der Kosteneffizienz erfüllen muss.

Reisekosten sind natürlich ein wichtiges Argument, welches immer wieder im Zusammenhang mit E-Learning genannt wird. Aber es nicht das einzige

Generell unterscheidet man zwei E-Learning-Ansätze:

  1. Über Lernmedien (CDs bzw. Internetportale) initiierten Lernprozesse Didaktik und Methodik sind als statisch anzusehen, da diese generell von den Fähigkeiten und Qualifikation des Autors abhängig sind. Dieser Ansatz im Kontext mit E-Learning ist eine relativ preiswerte Variante, wobei im Hinblick auf die Entwicklungskosten CBT´s einen wesentlich geringeren Kostenfaktor aufweisen als die Internetportale. Was im Endeffekt die günstigere Fortbildungsvariante darstellt, ist abhängig von der Anzahl der zu schulenden Mitarbeiter und dem Grad der Individualität des Lernstoffes, d. h. je mehr Mitarbeiter in einem Standard zu schulen sind, desto geringer ist der E-Learning-Kostensatz pro Teilnehmer. Örtliche und zeitliche Unabhängigkeit senken die Bildungskosten für das Unternehmen, wenn sich der Mitarbeiter zu Hause in seiner Freizeit mit dem Lehrstoff beschäftigt, ohne dadurch Arbeitszeiten zu tangieren.
  2. Die Methodik des Tutor geführten E-Learnings
    In diesem Zusammenhang werden spezielle Softwareprodukte mit Verbindung zum Internet eingesetzt, die es ermöglichen, dass virtuell ein Klassenzimmer unter Führung eines Tutors realtime abgebildet wird. Dies geschieht durch verschiedene technische Funktionalitäten, denen sich der Tutor bedienen kann (duplex Audio-Verbindung, Kommunikationslisten, Email-Integration, Whiteboard-Funktion, Simulation eines pädagogischen Netzwerkes, Bild- und Videofunktionen, um die Kommunikation persönlicher zu gestalten als Beispiele). Vorteil bei diesem Ansatz ist, dass der Tutor dynamisch die Lernprozesse begleiten und steuern kann.

Immer wieder wird versucht das reine E-Learning (asynchrones Lernen) u.a. mit einem Klassenraumtraining (synchrones Lernen) zu kombinieren, man nennt dies auch Blended-Learning. In diesem Zusammenhang stellt sich aber nun die Frage, ob ein Klassenraumtraining notwendig ist und wenn ja, wie ausgeprägt dies sein sollte.

Wissenschaftlich erwiesen ist, dass sich Bilder bzw. bildliche Vorstellungen bei Lernprozessen leichter einprägen. Demzufolge prägt sich die bildliche Darstellung eines Begriffes, einer Situation leichter ein als die rein textuelle Darstellung. Ein Überangebot an bildlichen Darstellungen im Rahmen von Lernprozessen kann aber zu Irritationen führen, das zielführende Lernen wird dadurch eingeschränkt, hier gilt es das richtige Maß in Abhängigkeit vom Lernstoff zu finden.

Weiterhin ist E-Learning nicht unbegrenzt zeitlich ausdehnbar, da die Konzentrationsfähigkeit des Menschen sich nicht über einen längeren Zeitraum auf dem für E-learning-Lernprozesse notwendigen Niveau stabilisieren lässt. Nachgewiesenerweise sind Schwankungen in der Konzentrationsfähigkeit hier wesentlich deutlicher bemerkbar, als beim „normalen“ Klassenraumtraining. Hinzu kommt, dass Lernprozesse, die auf einem kommunikativen Austausch zwischen Teilnehmern basieren nicht stattfinden oder bei Vorhandensein dieser Möglichkeiten nur einschränkend wahrgenommen werden.

Die Frage nach den einzusetzenden E-Learning-Medien und –Tools (CDs, Portale, Tutor geführte Systeme, ergänzender Frontalunterricht) lässt sich nur individuell für den Einzelfall beantworten. Hier spielen folgende Faktoren eine Rolle: Art (Standard vs. kundenspezifisch), Schwierigkeitsgrad und Bedeutungsfaktor des Lernstoffes, Anzahl der zu schulenden Teilnehmer, Zeitraum der für Schulungen zur Verfügung steht in Kombination mit dem zu erreichenden Schulungsgrad sowie die Kosteneinschätzung. Eine Bewertung eines E-Learning-Produktes bzw. einer Kombination aus verschiedenen auf einander abzustimmenden Lernmethoden bzw. –tools kann auf Grund der Vielzahl der in die Bewertung einfließenden Wertgrößen nur individuell dynamisch erfolgen, zumal auch multiple Abhängigkeiten vorliegen können.

Autor
Personal- und Managementberatung Dr. Weber
Wieselplatz 6
49811 Lingen
Tel: 0591 – 966 207 40
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