Das Hauptinteresse jeder Führungskraft ist es, die Mitarbeiter ökonomisch zu Höchstleistungen zu führen. Ich brauche Ihnen hier nicht zu erzählen wie wenig erfolgreich dieses Prinzip in der Praxis angewendet wird. Im Coaching kennen wir die Hilferufe zur Genüge, wenn wieder einmal über die Mitarbeiter geschimpft wird, die sich nicht anstrengen wollen, freizeitorientiert seien, etc. Ich muss Ihnen auch nicht erzählen, dass Motivationsversuche meistens kläglich scheitern, weil Standardmodelle entwickelt werden, die für jeden Mitarbeiter passend sein sollen. Dabei weiß doch jeder von uns, dass Menschen Individuen sind. Und da sollen Standardvorgehensweisen greifen?
Hier beschäftigen wir uns nun mit einer Vorgehensweise der Mitarbeitermotivation, die ihren Ursprung in der Transaktionsanalyse hat. Sie ist einfach und erfordert doch Mitdenken. Sie ist praxisnah und sofort umsetzbar.
Die Antreiber
Unseren Gefühlen und Emotionen liegen gewisse Prägungen und Bannbotschaften zugrunde, die wir in der Kindheit erlebt haben. Daraus haben wir gewisse Beschlüsse über die Welt gezogen. Diese Beschlüsse prägen unser Bild über die Welt und wie wir glauben, dass die Welt beschaffen ist. Diese Prägungen und Bannbotschaften führen zu so genannten Antreibern und das sind die Hauptmotivationsfaktoren im Leben der Menschen. Wie der Name schon sagt, treiben diese Antreiber den Menschen dazu, das zu tun was er tut. Wir unterscheiden fünf Hauptantreiber beim Menschen:
- Sei perfekt!
- Sei (anderen) gefällig!
- Streng dich an!
- Sei stark!
- Beeil dich!
Bereits der Name dieser Antreiber und Hauptmotivationsfaktoren sagt aus, welches innere Gefühl, welche innere Einstellung diese Menschen antreibt.
1. Sei perfekt
Menschen, deren Hauptantreiber das „Perfektionismusmuster" ist, müssen alle Dinge absolut perfekt erledigen. Sie müssen alles so tun, dass es ihre eigene Anerkennung und die Anerkennung der anderen findet. Sie müssen, sie sollen, sie wollen.
Diese Menschen glauben, dass andere Menschen Erwartungen in sie haben und sie glauben, dass sie das Recht hätten ihre eigenen Erwartungen auf andere Menschen zu projizieren. Sie glauben, dass es nur richtig ist, wenn Menschen das tun, was sie für richtig halten. Andererseits glauben sie auch, dass sie nur dann in Ordnung sind, wenn sie selbst genau die Regeln der Gesellschaft erfüllen. Eben perfekt den Erwartungen (welchen auch immer) entsprechen. Sie treibt an, alles perfekt machen zu müssen und ihre eigenen Erwartungen und die Erwartungen der anderen zu erfüllen.
So motivieren Sie
Motivieren können Sie diese „Perfektionisten" mit Sätzen wie: „Ich glaube, dass Sie das können und erwarte die komplett ausgearbeitete Lösung von Ihnen bis Donnerstag. Sie wollen mich doch nicht enttäuschen, nicht wahr?" Sie werden die Lösung perfekt ausgearbeitet bis Donnerstag vorliegen haben. Kennen Sie solche Menschen in Ihrem Umfeld ...oder gehören Sie gar selbst dazu? |
2. Sei (anderen) gefällig Diese Menschen glauben, dass sie in der Welt nur dann willkommen sind, wenn sie es anderen Menschen recht machen können.
Die Hausfrau, die ihre eigenen Interessen völlig zurück stellt und sich „aufopfert" im Dienste ihrer Familie. Die ihrem Mann das Essen abends hinstellt. Warm und natürlich die Lieblingsspeise. Die Pantoffeln an die Couch bringt und ihrem „Couchpotato", auch Ehegatte genannt, während der Fußballübertragung ein eisgekühltes Bier nach dem anderen bringt.
Dies sind die Menschen, die versuchen, es jedem recht zu machen und dabei ihre eigene Meinung so sehr vergessen, dass sie glauben, dass die Meinung der anderen auch ihre eigene Meinung ist.
So motivieren Sie
Motiviert werden solche Menschen mit Sätzen wie: „Schatz, Du hast mich doch auch lieb? Dann bring mir doch bitte noch ein Bier." Sie wird gehen und hocherfreut, dass sie jemand gerne hat, noch ein Bier holen und dankbar sein, dass ihr dickbäuchiger Gatte sie wahrnimmt und sie wenigstens zum Bier holen nützlich ist. Kennen Sie das? |
Lesen Sie auf der nächsten Seite, über die Antreiber 3-5!