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PRAXIS
MMI/ks
Die 4 wichtigsten Aspekte erfolgreicher Menschenführung

Manager von heute sind wahre Meister der Planzahlen. Die Bedeutung dieser „Zahlenwirtschaft" wird in vielen Unternehmen überschätzt. Im Gegenzug dazu wird der Draht zu den beteiligten Menschen unterschätzt. Persönlichkeiten werden ignoriert, wenn nicht sogar negiert. Führen durch Zahlen, das funktioniert - wenn überhaupt - nur kurzfristig und die Motivation, die die Mitarbeiter dabei an den Tag legen, ist sel-ten die geeignete, um damit an die Spitze zu kommen.

Auch der beste Chef oder die beste Führungskraft ist abhängig von seinen Mitarbeitern. Marschieren kann man befehlen - Rekorde nicht. Arbeiten kann man befehlen - Erfolge nicht. Wer ein Siegerteam haben möchte, kann die Mitarbeiter nicht mit strikt zu befolgenden Anweisungen wie Verlierer behandeln, die nichts entscheiden dürfen. Wer Erfolge gestalten will, braucht dazu Gestalter und keine Verwalter, die nur Befehle ausführen.

1. Der Wunsch nach Anerkennung
Je höher die Qualifikation und Spezialisierung der einzelnen Mitarbeiter, desto mehr sind Führungskräfte darauf angewiesen, dass diese Mitarbeiter ihre Fähigkeiten dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Hochqualifizierte Menschen haben allerdings auch ein sehr ausgeprägtes Selbstwertgefühl. Sie wissen, was sie wert sind. Entsprechend wollen sie auch behandelt werden: mit Respekt und Anerkennung. Doch die Rationalität der Arbeitsprozesse und des Wirtschaftslebens lässt nur wenig Raum für die Befriedigung solcher emotionaler Bedürfnisse. Darin liegt der Grund für die auf pure Zweckmäßigkeit ausgerichtete Arbeitshaltung vieler qualifizierter Mitarbeiter. Je besser ein Arbeitnehmer ausgebildet ist, je höher sein Bildungsgrad und seine Qualifikation sind, desto wichtiger ist für ihn die persönliche Anerkennung.

Wird das wichtigste Bedürfnis, der Wunsch nach Anerkennung, nicht befriedigt, entwickeln sich aus der zunehmenden Frustration heraus Widerstände und Ablehnung bis hin zur Verweigerung. Wer keinen Sinn in seiner Arbeit sieht, kann auch nicht stolz auf seine Arbeit sein - und auf den Betrieb, für den er arbeitet. Keine Bestätigung - kein Engagement. Getan wird nur, was unbedingt getan werden muss. Daraus folgt: Keine Leistung - keine Anerkennung. Der Kreislauf beginnt vor vorn und endet mit der "inneren Kündigung" des Mitarbeiters oder der wirklichen Kündigung.

Der Schlüssel, der aus diesem Kreislauf herausführt, liegt in der Hand des Vorgesetzten. Für den Mitarbeiter repräsentiert der direkte Vorgesetzte das Unternehmen. Sieht er keinen Anlass, sich für den Vorgesetzten persönlich zu engagieren, ist die mangelnde Leistungsbereitschaft die Folge. Viele Führungskräfte sind sich nicht dessen bewusst, dass sie für ihre Untergebenen Richtung und Rahmen vorgeben und nur durch ihr bloßes Dasein auf ihre Mitarbeiter einwirken, ob sie wollen oder nicht. Eine Führungskraft muss Mitarbeiter begeistern und so motivieren können.

2. Menschenführung setzt Menschenkenntnis voraus
Wer Menschen führen will, muss wissen, welche Menschen er führt. Jeder Mensch ist anders, und jeder ist einzigartig. Der Witz, den der eine zum Brüllen komisch findet, entlockt dem anderen nicht einmal ein Lächeln. Die Kunst der positiven Menschenführung liegt darin, zu erkennen, dass verschiedene Menschentypen auch verschieden behandelt werden wollen und sollen. Wer Mitarbeiter begeistern will, muss wissen, wie, mit welchen Aufgaben, welchen Herausforderungen er wen am besten begeistern kann. Menschenkenntnis kann man lernen, in viel höherem Maß als meist geglaubt. Neben der inneren Einstellung kommt es auf die Beherrschung der psychologischen Grundzusammenhänge und der Führungstechnik an. Auf der Grundlage einer guten instinktiven Begabung bildet sich Menschenkenntnis aus durch

  • ständige kritische Beobachtung, zunächst ohne Wertung
  • Einfühlung in andere und Mitempfinden,
  • ordnenden Verstand (Erfahrung),
  • die ausgeprägte Fähigkeit zur Selbstkritik.

Der entscheidende Ansatzpunkt für die positive Menschenführung liegt im Gefühls- und Erlebens-, nicht im Verstandesbereich. Wenn Sie wissen, diese Stückzahlen müssen in diesem Jahr produziert und verkauft werden, erreichen Sie dieses Ziel mit Ihren Mitarbeitern am wenigsten, wenn Sie ihnen diese Planzahlen tagaus tagein vorbeten. Erfolg basiert immer auf dem Einsatz aller menschlichen Fähigkeiten, also auf Verstand, Intuition und Emotion. Von allen Lebewesen ist der Mensch das am einfachsten zu beeinflussende Wesen - zu seinem Vorteil wie zu seinem Nachteil.


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