Das muss Ihnen sicher nicht erst ein Arzt sagen: Je nervöser, je aufgeregter Sie sind, desto schneller schlägt Ihr Herz. In der Psychologie wird dieser Zustand "überschießende Reaktion" genannt. Dieser Ausdruck bedeutet nichts anderes, als dass Sie mehr als wach sind. So aufgedreht und überdreht, dass Sie sich schon wieder selbst blockieren. Nichts geht mehr. Sie kriegen keinen Ton raus. Klar, je schneller ihr Herz schlägt - und das kann "im Stand" so um die 160 Touren rasen - desto schneller geht auch Ihr Atem. Sie sprechen atemlos. Und genauso schnell jagen auch die Gedanken durch Ihren Kopf und bringen Ihr Konzept durcheinander - wie Störsender. Nicht nur, dass die Stimme versagt, wir verlieren auch unseren Plan. All das, was wir uns im Kopf zurechtgelegt hatten. Aber gegen dieses Durcheinander gibt es ein wirksames Mittel. Man kann sich nämlich selbst beruhigen. Denken Sie nun bloß nicht, dass Sie sich mit Ihrem Willen zur Ruhe zwingen können. Das schaffen nicht mal indische Fakire. Aber eine Atemtechnik kann Ihnen helfen. In einer Minute. Es ist die Technik, mit der sich Yogis in tiefe Ruhe und Schlaf versetzen können, mit der Igel in den Winterschlaf wechseln. In diesen drei Schritten der Atemtechnik finden Sie zu mehr innerer Ruhe:
- Atmen Sie ganz tief und langsam aus.
- Atmen Sie nun ganz langsam ein, ganz tief aus dem Zwerchfell heraus. Ihr Bauch muss sich beim Einatmen vorwölben und nicht der Brustkorb. Atmen Sie nach Gefühl.
- Halten Sie den Atem an - vier Sekunden lang. Danach atmen Sie wieder langsam aus. Diesen Rhythmus - ausatmen, einatmen, Atem anhalten - wiederholen Sie etwa fünf-, sechsmal. Danach werden Sie feststellen, dass Ihr Puls deutlich langsamer schlägt - und dass Sie auch spürbar ruhiger geworden sind.
Autor
Nikolaus B. Enkelmann,
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