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ANALYSE-MäRKTE-TRENDS
MMI/ks
Globale Beschäftigungstrends 2007

Die weltweite Arbeitslosenrate verharrt trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums unverändert bei 6,3 Prozent. Zwar haben mehr Menschen Arbeit als je zuvor, aber die Zahl der Arbeitslosen stieg im Jahr 2006 ebenfalls leicht an auf 195,2 Millionen und erreicht damit einen historischen Höchststand. Dies ist das Ergebnis der Untersuchung "Global Employment Trends 2007", die die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf vorstellte.

Der ILO-Report zeigt auch, dass die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung eher bescheiden waren. Es gebe zu wenige menschenwürdige und zugleich produktive Arbeitsplätze, um die 1,37 Millionen so genannten "arbeitenden Armen" - also Beschäftigte, die umgerechnet weniger als zwei US-Dollar am Tag verdienen - und ihre Familien über die Armutsschwelle zu heben.

"Das kräftige weltweite Wirtschaftswachstum hat die weltweite Arbeitslosigkeit nicht zu reduzieren vermocht", sagte ILO-Generaldirektor Juan Somavia. "Und trotz guter Wachstumsaussichten für das Jahr 2007 gibt es Grund, besorgt über die Beschäftigungsentwicklung zu sein."

Der ILO zufolge muss der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Beschäftigung gestärkt werden, um die Zahl der Arbeitslosen und der arbeitenden Armen zu verringern. Die Schaffung menschenwürdiger und produktiver Arbeitsplätze – und nicht bloß irgendwelcher Jobs - ist dafür die Voraussetzung. Und dies wiederum sei die Vorbedingung für künftige Entwicklung und wirtschaftliches Wachstum.

Inzwischen setzt sich weltweit die Erkenntnis durch, dass menschenwürdige Arbeit der nachhaltigste Weg zu weniger Armut ist. 2007 wird daher das Ziel, "produktive und menschenwürdige Arbeit für alle" in die Liste der Millenniums-Entwicklungsziele aufgenommen. "Es ist daher jetzt an der Zeit für Regierungen und die internationale Gemeinschaft, dafür zu sorgen, dass die günstigen ökonomischen Bedingungen in den meisten Regionen der Welt in eine zunehmende Zahl menschenwürdiger Arbeitsplätze übersetzt werden", folgern die Autoren des Reports.

Regionale Trends

Zu einer nennenswerten Verringerung der Arbeitslosigkeit kam es 2006 am ehesten in den Industrieländern. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Insgesamt entstanden mehr als fünf Millionen neue Arbeitsplätze. Besonders steil war der Rückgang der Arbeitslosenquote in den neuen EU-Mitgliedsstaaten (allerdings mit Ausnahme Ungarns). Dennoch verzeichnet noch eine ganze Reihe dieser Länder Arbeitslosenraten über 7,5, nämlich die baltischen Staaten, Tschechien und die Slowakei sowie Polen. Einen so hohen Stand erreichen unter den alten EU-Staaten auch Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Finnland.

Ostasien ist zwar nach wie vor die Region mit der geringsten Arbeitslosigkeit. Doch trotz der enormen wirtschaftlichen Wachstumsraten von über acht Prozent, nun schon zum fünften Jahr in Folge, nahm die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Jahr zu, sogar noch etwas schneller als in den Vorjahren. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent.

Am schlimmsten ist die Arbeitsmarktsituation im Nahen Osten und in Nordafrika mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenrate von 12,2 Prozent. Afrika südlich der Sahara folgt an zweiter Stelle mit 9,8 Prozent. In dieser Region leben zudem die meisten der arbeitenden Armen: acht von zehn Afrikanern müssen - obwohl sie arbeiten - mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen.

Die Zahl der arbeitenden Armen schrumpfte zwar in den ehemaligen Sowjetrepubliken und besonders deutlich in Ostasien. Eine Zunahme wurde jedoch in Süd- und Südostasien und im Nahen Osten verzeichnet sowie in Afrika südlich der Sahara, wo sich der Zuwachs allein auf 26 Millionen Menschen belief. Und während die Zahl der absolut armen Arbeitenden - derjenigen, die weniger als einen Dollar am Tag verdienen - weltweit zwischen 2001 und 2005 leicht rückläufig war, stieg sie in Afrika um 14 Millionen.


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