Woher kommt es, dass es so vielen Menschen schwer fällt, "Nein" zu sagen? Viele wollen anderen helfen, selbstlos und aus Menschenfreundlichkeit. Ein durchaus edles Motiv, allerdings kommen die eigenen - durchaus berechtigten - Interessen dadurch meist zu kurz. Andere wollen zeigen, dass sie wichtig und unentbehrlich sind. Das verführt sie dazu, immer neue Ämter und Aufgaben zu übernehmen. Und ein weiterer Teil hat schlichtweg einfach Angst, auf Ablehnung zu stoßen, andere zu verletzen.
Menschen, die nicht Nein-sagen können, handeln oft aus Angepasstheit und mangelndem Selbstwertgefühl. Allerdings ist auch, immer JA zu sagen, kein Erfolgsgarant, schon gar nicht dafür, von allen geschätzt und geliebt zu werden. Zeigen Sie also besser Selbstbewusstsein, lassen Sie sich nicht manipulieren. Glauben Sie nicht, dass Sie in der Achtung Ihrer Mitmenschen steigen, wenn Sie zu allem "JA" sagen.
Lernen Sie, auf nicht verletzende Art „nein“ zu sagen
Wichtig beim Nein-sagen ist vor allem, klar zu sein, aber dabei nicht brutal. Wenn Sie etwas nicht tun wollen, dann sollten Sie das so deutlich sagen, dass der andere es nicht missinterpretieren kann. Das aber kann man behutsam und freundlich tun, so dass das Nein nicht verletzt. Hier finden Sie sechs Möglichkeiten, wie Sie respektvoll “nein“ sagen können:
1. Das Nein begründen
Sie brauchen sich zwar nicht zu rechtfertigen, aber Sie können Ihr Nein begründen. Das macht es dem anderen leichter, es anzunehmen. Wenn sich z. B. ein Kollege zu Ihnen setzen will, Sie aber gerade in einem wichtigen Gespräch vertieft sind, bei dem Sie keinen anderen dabeihaben möchten, dann können Sie genau das sagen: “Oh, ansonsten jederzeit gerne - nur jetzt besprechen wir gerade etwas Persönliches.“ Hier bitten Sie um Rücksichtnahme und machen deutlich, dass sich das Nein nicht gegen die Person richtet, sondern andere Ursachen hat.
2. Verständnis zeigen
Indem Sie Verständnis für die Bitte des anderen zeigen, wirkt jedes Nein schon viel weicher. Sagen Sie so etwas wie “Dass du so im Zeitstress bist, tut mir sehr leid, aber ich kann dir leider heute trotzdem nicht aushelfen.“ oder “Ihr Team steht da wirklich stark unter Druck. Leider ist es trotzdem nicht möglich, dass eine Arbeitskraft von uns zu Ihnen wechselt.“
3. Bedanken
Eine schöne Geste ist, sich dafür zu bedanken, dass der andere einem die Aufgabe zutraut oder das Vertrauen in uns hat: “Ich fühle mich geehrt, dass Sie da an mich denken, aber mein Terminkalender ist leider komplett voll.“ oder “Das ist ein wundervolles Kompliment, dass du mir das zutraust, aber ich kann leider nicht.“
Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Sie mit einem Teil-Nein ein striktes Nein abschwächen!