Gemäß einer aktuellen Eurobarometer-Studie legen die europäischen Autofahrer bei der Auswahl ihres Wagens zwar hohen Wert auf Sicherheit, aber der als hoch empfundene Preis intelligenter Sicherheitssysteme und das mangelnde Verständnis ihrer Vorteile stehen einer weiteren Marktdurchdringung bisher noch im Wege. Die Europäische Kommission bemüht sich deshalb noch stärker um eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Vorteile intelligenter Sicherheitssysteme.
„Technologie kann die Sicherheit im Straßenverkehr erheblich verbessern und Unfälle vermeiden helfen“, so Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien. „Wir arbeiten zusammen mit der Industrie intensiv an der Entwicklung intelligenter Sicherheitssysteme. Mitgliedstaaten und Unternehmen müssen dafür sorgen, dass diese dramatisch wichtigen und effizienten Technologien schnell ihren Weg in alle europäischen Märkte finden. Die Ergebnisse der Erhebung verdeutlichen den Standpunkt der Bürger und zeigen, warum jetzt gehandelt werden muss.“
Bei der Straßenverkehrssicherheit verschiebt sich der Schwerpunkt der öffentlichen Debatte zunehmend auf die Unfallvermeidung. Mittels fortschrittlicher Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) werden deshalb intelligente Sicherheitssysteme entwickelt, die Leben retten und Verletzungen verringern können. Eine schnelle Einführung und Übernahme dieser Systeme käme allen Verkehrsteilnehmern zugute. Dies setzt jedoch voraus, dass Autokäufer und Andere über diese Systeme informiert sind und ihre Vorteile klar verstehen.
Die Kommission gab im Rahmen der Initiative „Intelligentes Fahrzeug“ vom Februar 2006 zwei Studien in Auftrag, um die Einstellung der Fahrer zu diesen Systemen und ihre Kenntnisse über deren Verwendung und Vorteile kennenzulernen. In sechs Ländern (Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Polen und das Vereinigte Königreich) wurde eine qualitative und in sämtlichen Mitgliedstaaten der EU-25 eine quantitative Erhebung mit fast 25.000 Interviews durchgeführt. Dadurch ist die Kommission nun in der Lage, sich ein Bild von der Einstellung der Benutzer zu neuen Technologien und von ihrem Kenntnisstand zu machen und auf dieser Grundlage weitere Maßnahmen wie öffentliche Demonstrationen, Medienereignisse und Kampagnen zu beschließen.
Die Erhebung zeigte, dass der Faktor Sicherheit beim Autokauf zwar eine wichtige Rolle spielt, die Käufer jedoch nicht mehr Geld für Sicherheitssysteme ausgeben wollen. Ein möglicher Grund hierfür könnte sein, dass sie denken, Autos sollten auch ohne diese Techniken sicher sein. Der als teuer empfundene Preis für den Kauf und die Wartung von Sicherheitssystemen ist ebenfalls ein wichtiges Element. Deutliche Unterschiede zwischen Ländern oder zwischen Kategorien von Verkehrsteilnehmern konnten nicht festgestellt werden.
Neben dem Preis sind Sicherheit und Brennstoffverbrauch die beiden Hauptkriterien bei der Auswahl eines Autos.
§ Über 80 % der Käufer wünschen sich für ihr nächstes Auto eine elektronische Stabilitätskontrolle (ESP). Diese wird als Erweiterung zum gut bekannten ABS empfunden, mit dessen Verwendung und Vorteilen die Fahrer bereits vertraut sind.
§ Über 70 % wünschen sich in ihrem nächsten Auto einen bordeigenen Notruf (eCall). Die Fahrer verstehen, dass dies bei einem Unfall Leben retten kann. Der Datenschutz scheint dabei kein Problem darzustellen: über 70 % der Befragten sehen keine oder nur geringe Einschränkungen der Privatsphäre, die durch die Vorteile mehr als ausgeglichen werden.
Bei der Erhebung zeigte sich deutlich, wie wichtig eine weitere Sensibilisierung der Benutzer ist: Viele Bürger haben keine ausreichenden Kenntnisse hinsichtlich des Potenzials der neuen intelligenten Sicherheitssysteme oder betrachten sie nicht als etwas, das die Sicherheit verbessert. Deshalb begrüßt die Kommission die neue öffentlich-private Kommunikationsplattform „eSafetyAware!“, durch die Technologien im Rahmen von Medienereignissen und Kampagnen mit starkem Medienecho gefördert werden.
Weitere Informationen: http://europa.eu.int/information_society/programmes/esafety/ http://www.eSafetySupport.org